17°

Dienstag, 16.07.2019

|

Das "Lesen!"-Festival beginnt in Fürth

Am Donnerstag wird das "Lesewohnzimmer" in der Adenaueranlage eröffnet - 25.06.2019 06:00 Uhr

Die Adenaueranlage verwandelt sich von Donnerstag bis Sonntag wieder in ein grünes Lesewohnzimmer. Autoren präsentieren hautnah ihre Werke. © Foto: Edgar Pfrogner


Manche nennen es Hobby, andere können gar nicht ohne. Wenn wir es tun, läuft unser Hirn auf Hochtouren. Es ist eine Beschäftigung, die unterhält, bildet, anregt, fasziniert. Gründe genug, um in Fürth das "Lesen!" zu feiern.

Zum achten Mal bringt das beliebte Festival Bücher, Autoren und Leser zusammen. Am Donnerstag wird das "Lesewohnzimmer" in der Adenaueranlage eröffnet. Bis 7. Juli stehen dann jeden Tag an vielen – gerne auch ungewöhnlichen – Orten und Plätzen der Stadt Lesungen, literarische Stadtführungen oder sogar eine Familienradtour auf dem Programm.

Die erste Seite von "Lesen!" wurde 2012 aufgeschlagen. Bis dahin hatte es die "LesArt" gegeben, nun kam ein Literatur-Fest, das speziell auf Fürth zugeschnitten wurde. Für Kulturamtschefin Claudia Floritz, Ideengeberin, Programmgestalterin und Leiterin von "Lesen!", ist die achte Auflage des Festivals mit einem Abschied verbunden. Sie wird in den Ruhestand gehen. Mit Blick auf das kleine Buch, das Jahr für Jahr statt eines Programmhefts erscheint und von vielen gesammelt wird, sagt sie: "Ich gebe das jetzt weiter, es gilt hier neue Kapitel zu schreiben."

Von Beginn an war ein "Lesen!"-Prinzip von Claudia Floritz das offene Konzept. Doch es gibt Eckpunkte, die einfach dazu gehören. Stichwort: "Lesen nach Leipzig". Ein Dauerbrenner, der auch 2019 dabei ist. Am 3. Juli (20 Uhr) reist zum Beispiel Jakob-Wassermann-Preisträger Feridun Zaimoglu an, der in diesem Jahr einer der Nominierten für den Preis der Leipziger Buchmesse war. Er stellt sein Buch "Die Geschichte der Frau" vor. Bereits am 28. Juni (20 Uhr) ist die in Fürth geborene Natascha Wodin ebenfalls zu Gast. Sie erhielt die renommierte Literaturauszeichnung 2018, jetzt präsentiert sie ihren Generationenroman "Irgendwo in diesem Dunkel".

Der Fürther Schriftsteller und Kulturpreisträger Ewald Arenz wird am 29. Juni (20 Uhr) aus seinem neuen Roman "Alte Sorten. Auf der Suche nach der eigenen Welt" lesen. Mit neuen Werken reisen auch Ines Geipel (30. Juni), Heinrich Steinfest (4. Juli) und Dzevad Karahasan (5. Juli) an.

Zum ersten Mal wird es im Rahmen des Festivals am 2. Juli (20 Uhr) eine Podiumsdiskussion geben. "Brauchen wir mehr engagierte Literatur?" heißt das Thema, bei dem ausgelotet werden soll, ob wir in Zeiten wie diesen mehr Autoren brauchen, die sich einmischen. Die Moderation übernimmt der Autor Leonhard F. Seidl ("Fronten"), der in Fürth lebt.

Persönlicher Anstrich

Längst ein kleiner, aber feiner Bestseller auf dem "Lesen!"-Terminkalender sind die Lesungen an außergewöhnlichen Orten. Was in privaten Küchen begann, in Wohnzimmern, Ateliers, Kirchen und auf Balkonen fortgesetzt wurde, findet diesmal in Amtsstuben statt. Vom 1. bis 5. Juli öffnen Oberbürgermeister Thomas Jung, Bürgermeister Markus Braun und die Referentinnen Elisabeth Reichert, Stefanie Ammon und Christine Lippert ihre Büros und schlagen ihre Lieblingsbücher auf. Die Teilnahme zu diesen Veranstaltungen ist nur mit Anmeldung möglich.

Unmittelbar neben den neuen Marktständen sind vom 27. bis 30. Juni im Open-Air-Lesewohnzimmer in der Adenaueranlage dank Hängematten und Sitzsäcken entspannte Schmöker-Erlebnisse möglich. Wer lieber zuhören mag, nimmt vor der Lesebühne Platz. Hier gibt es unter anderem am 28. Juni (17 bis 18 Uhr) die Chance, Texte von Geflüchteten zu hören, die vom "Ankommen in Fürth" handeln.

Am 29. Juni kommt dann ab 15 Uhr beim "Krimi-Marathon" Spannung auf. Natürlich kommen auch junge Leser auf ihre Kosten. Am 30. Juni (15 Uhr) ist zum Beispiel Annette Langen, die Autorin der "Felix"-Bücher, in der Adenaueranlage. Und sie kommt nicht alleine. Dass Literatur sich auch hervorragend mit Musik verträgt, ist keine neue Erkenntnis. Am 6. Juli (20 Uhr) wird die Schauspielerin und "Tatort"-Kommissarin Adele Neuhauser mit der Band Edi Nulz mit "Die letzten ihrer Art" im Kulturforum beweisen, wie gut das in dieser Formation klingt.

Ein unschlagbarer Held

Das Festival endet mit einer "Kult-Nacht" und die gilt einem unschlagbaren Helden: Am 7. Juli (20 Uhr) nimmt Perry Rhodan das Heft in die Hand. Dafür wird Bestseller-Autor Andreas Eschbach unter anderem von den Anfängen der erfolgreichsten Fortsetzungsgeschichte der Welt berichten. Dazu gesellt sich Ruben Wickenhäuser, Autor von mehreren Abenteuern aus der Perry-Rhodan-Neo-Serie, gemeinsam werden die beiden mit den Besuchern in das Perryversum eintauchen . . .

Wer sich schon einmal ins "Lesen!"-Festival einlesen möchte, der kann das begleitende Buch – diesmal in kräftigem Pink – zur Hand nehmen. Zu finden ist die Broschüre unter anderem im Kulturforum. Karten für die Lesungen gibt es unter anderem in der Geschäftsstelle der Fürther Nachrichten in der Schwabacher Str. 106. 

Sabine Rempe

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Fürth