Sonntag, 22.09.2019

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Demo gegen höhere Fahrpreise

Protestkundgebung am Mittwoch in Fürth - 26.07.2011 11:00 Uhr

Vertreter des Sozialforums machten sich schon früher vor dem Stadtrat für ein Sozialticket stark. © Ralf Rödel


Vertreter des Sozialforums und der Erwerbsloseninitiative sind alles andere als einverstanden mit den Entwicklungen bei den ÖPNV-Preisen. Sie kritisieren die vom Stadtrat schon beschlossene schrittweise Abschaffung des vergleichsweise günstigen Kurzstreckentarifs in Fürth, die in Nürnberg anstehenden Tariferhöhungen — Bus- und Bahnfahrten sollen dort bis 2015 um bis zu 30 Prozent teuerer werden — und die Einführung eines spendenfinanzierten Mobilitätstalers für Bedürftige in Fürth.

Letzterer ist in ihren Augen keine Alternative zu einem „echten Sozialticket“, das es in Nürnberg schon seit langem gebe, auch wenn es nicht diesen Namen trägt. Es kostet dort 30,80 Euro und gilt nicht rund um die Uhr.

Zwar finden die Fürther Kritiker den Preis zu hoch, doch plädieren sie für ein ähnliches Angebot in Fürth — und zwar ohne dass der städtische Tochterbetrieb infra verkehr im Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) für dadurch entstehende Einnahmeausfälle gerade stehen müsste.

Der Fürther Kurzstreckentarif kostet die infra derzeit eine halbe Million Euro Ausgleichszahlungen im Jahr. Es sei nicht einzusehen, findet Stephan Stadlbauer vom Sozialforum, warum es in Nürnberg ein Sozialticket ohne Ausgleichszahlungen geben könne, in Fürth aber nicht. Das habe historische Gründe, heißt es bei der infra. Das Nürnberger Angebot habe es schon vor dem VGN gegeben.

Wenn der Stadtrat am Mittwoch tagt, wird er unter anderem darüber befinden, ob Oberbürgermeister Thomas Jung der infra das Okay geben soll, der Tariferhöhung in Nürnberg zuzustimmen. Die Initiatoren der Demo rufen die Teilnehmer der Kundgebung auf, die öffentliche Ratssitzung nach der Demo zu besuchen, um den Kommunalpolitikern deutlich zu machen, wie verärgert sie sind.

Sie wollen damit auch erreichen, dass das Gremium seine Zustimmung zu den Nürnberger Plänen zumindest an die Bedingung knüpft, dass es dann auch in Fürth ein Sozialticket ohne Ausgleichszahlungen geben müsse. Und sie fordern, dass der Beschluss zur Abschaffung des Kurzstreckentarifs rückgängig gemacht wird. hbi 

hbi

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