Verkehrswende

Demo in Fürth: Radler strampeln für mehr Freiräume

Hans-Joachim Winckler
Hans-Joachim Winckler

Redaktion Fürth

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8.8.2021, 16:00 Uhr
Unterwegs auf dem „inneren Fürther Fahrradring“, hier in der Nürnberger Straße, setzen sich die Demo-Teilnehmer für die Förderung des Radverkehrs ein. 

Unterwegs auf dem „inneren Fürther Fahrradring“, hier in der Nürnberger Straße, setzen sich die Demo-Teilnehmer für die Förderung des Radverkehrs ein.  © Hans-Joachim Winckler, NN

Miteinander statt gegeneinander“: Unter diesem Motto stand eine Fahrraddemo durch die Innenstadt, zu der der örtliche ADFC eingeladen hatte. Rund 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer machten sich von der Freiheit aus auf den Weg über den sogenannten „inneren Fürther Fahrradring“, der über Nürnberger Straße, Königstraße, Friedrichstraße und Gebhardtstraße führte.

Die Route legten die Radelnden, begleitet von Polizeifahrzeugen, gleich mehrmals zurück. In Redebeiträgen wurde mehr Einsatz für den Klimaschutz und ein konsequentes Umsetzen der von der Stadt beschlossenen Klimaziele gefordert.

Mehr Rücksicht

Mit Blick auf das Motto der Veranstaltung warb Olaf Höhne, der Vorsitzende des ADFC-Kreisverbands, für mehr Verständnis und Rücksichtnahme unter den Verkehrsteilnehmern. "Uns ist es ein ganz wichtiges Anliegen, dass sowohl Autofahrer, als auch Radfahrer und Fußgänger stärker aufeinander achten. Wir appellieren an alle, mehr Rücksicht zu nehmen."


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Allerdings gehe es auch darum, so Höhne, die Verkehrswende voranzutreiben. Das sei ein ganz wesentlicher Schritt im Kampf gegen die Erderwärmung. Gerade der Autoverkehr habe noch nichts zum Klimaschutz beigetragen. "Im Gegenteil, hier sind die Emissionen sogar gestiegen", so Höhne. Konkret fordert der ADFC etwa die Einführung von Umweltspuren in der Gebhardtstraße und der Nürnberger Straße, "am besten bis hin zur Stadtgrenze."

Kritik an Rückschritten

Fabian Kittel vom Fürther Sozialforum verwies darauf, dass es in Fürth zwar schon „zaghafte Veränderungen“ gebe auf dem Weg zur Klimaschutzstadt – dazu zählt er, dass die Zahl der Autofahrten sinken und der öffentliche Personennahverkehr entsprechend gestärkt werden soll.

Aber es gebe auch Rückschritte: Pop-Up-Radwege wurden im letzten Jahr wieder abgeschafft, und erst jüngst rückte die Stadt von den bereits geplanten Sommerstraßen nach Protesten von Anwohnern kurzfristig ab. „Wichtiger als autofreie Räume für junge und alte Menschen sind offenbar Abstellflächen für private PKW im öffentlichen Raum“, kritisiert Kittel.


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Luca Schumann von der Jugendorganisation der Linkspartei betonte, dass der Verkehr der einzige Sektor in Deutschland sei, der steigende Klimabelastungen verursache – aktuell seien das rund 20 Prozent aller Treibhausgas-Emissionen. Mobilitätspolitik müsse darauf abzielen, diesen Anteil auf nahezu Null zu reduzieren.

Dazu trage auch ein alltagstaugliches Netz mit hinreichend breiten Bus- und Radspuren auf zentralen Verkehrsachsen bei. Außerdem müssten die Konzepte für Fahrradstraßen und Spielstraßen ausgeweitet werden. Das biete auch Raum für mehr Begrünung, Straßen könnten auf diese Weise wieder ein Raum des öffentlichen Lebens werden.

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