Der Abrissbagger bereitet den Boden für Saturn

12.10.2006, 00:00 Uhr
Mit dem Abbruch des alten Trafohäuschens neben dem ehemaligen Evenord-Gebäude haben gestern Vormittag die Vorbereitungen zur Errichtung des Elektromarktes Saturn am Kulturforum Fürth begonnen.

Mit dem Abbruch des alten Trafohäuschens neben dem ehemaligen Evenord-Gebäude haben gestern Vormittag die Vorbereitungen zur Errichtung des Elektromarktes Saturn am Kulturforum Fürth begonnen. © mvo

Allerdings kündigte Rechtsanwalt Thomas Foerster für die Bürgerinitiative umgehend an, per Eilantrag einen Baustopp erwirken zu wollen. Die Kritiker, zu denen etliche Stifter des Kulturforums zählen, wollen mit ihrer harten Haltung nicht das Projekt insgesamt verhindern, sondern weitere Verbesserungen seiner Gestaltung erreichen.

Ursprünglich hätten die Abbrucharbeiten bereits vor einer Woche beginnen sollen, doch die Stadt bat um einen Aufschub, damit die Parkplätze während der Kirchweih noch benutzt werden können. Oberbürgermeister Thomas Jung begrüßt den Start der Arbeiten sehr, sieht er darin doch ein Signal von Saturn, dass man sich nicht vom Vorhaben abringen lassen will.

Den Kritiker gibt der OB zu bedenken, dass viele ihrer Wünsche im Zuge der Planung bereits aufgegriffen worden seien. Dazu zähle das Verlegen der Zufahrt aus der Würzburger- in die Kapellenstraße, die Aufwertung der Fassade an der Würzburger Straße und der Erhalt des ehemaligen Evenord-Gebäudes.

Das will auch Foerster gar nicht abstreiten. Er bezeichnet allerdings die Gestaltung der zur Kapellenstraße und zur Polizei-Zentrale gewandten Fassadenseiten als «katastrophal“. Außerdem würde die geplante Ladezone die aufwändig sanierte große Halle des Kulturforums völlig in den Schatten stellen.

Große Bedenken bestehen auch hinsichtlich der Verkehrsentwicklung: Das von der Stadt in Auftrag gegebene Verkehrsgutachten hat die Bürgerinitiative von einem Stuttgarter Verkehrsexperten überprüfen lassen. Der musste laut Foerster allerdings passen, weil sich die Datengrundlage als nicht ausreichend erwiesen habe.

Einen «konstruktiven Diskurs“ strebt Foerster nach eigenen Worten an. Der OB spricht dagegen von juristischen Tricks, mit denen versucht werde, ein für die Stadt wichtiges Projekt zu stoppen. Jung: «Für einen Bürgerentscheid hätte ich sogar noch Verständnis gehabt“. Sehen lassen kann sich Saturn in den Augen des Stadtoberhauptes auch mit seiner Grünanlage an der Würzburger Straße. Deren Gestaltung orientiere sich mehr an der Adenauer-Anlage als an der Billing-Anlage.

Im August erst hatte die Baugenehmigung der Stadt durch Veröffentlichung Rechtskraft erhalten. Die Klage kann sie nicht ungültig machen. Jung ist zuversichtlich, dass der Bau nun zügig realisiert werden kann. Schließlich sei das Projekt sehr gründlich vorbereitet worden. Auch der Zuspruch aus der Bevölkerung ermutigt den OB. «Ich werde immer wieder gefragt, wann Saturn denn nun endlich kommt“, sagt Jung.

Die Baukosten des Elektromarktes mit einer Verkaufsfläche von 4600 Quadratmetern werden mit rund zehn Millionen Euro veranschlagt. Etwa 80 neue Arbeitsplätze sollen entstehen. Angepeilt wird eine Eröffnung zum Weihnachtsgeschäft 2007. Zunächst müssen Fußgänger und Radler im Bereich der Baustelle aber mit Behinderungen rechnen. Außerdem steht ein Teil des städtischen Grundstückes entlang der Würzburger Straße nicht mehr als Parkfläche zur Verfügung.