Der Festsaal fällt

5.9.2013, 12:20 Uhr
Abriss des Festsaals: Sortierarbeiten am Montag.

Abriss des Festsaals: Sortierarbeiten am Montag. © Horst Linke

Viele Passanten blieben stehen. Und viele konnten nun zum ersten Mal einen Blick in den Festsaal werfen, der jahrzehntelang nicht für die Öffentlichkeit zugänglich war.

14 Tage hat der Investor MIB, der den Einkaufsschwerpunkt bauen wird, für den Abriss des Gebäudes anberaumt. Bis zum Schluss hatte MIB den Termin für den Abbruchbeginn - auch gegenüber den FN - nicht bekannt gegeben.

Der Festsaal wurde anfangs als Ort für große Feierlichkeiten genutzt. Später wurde hier ein Kino eingerichtet. Nach dem Ende des Kinobetriebs wurde der Saal verbaut und verschandelt: Ein Supermarkt errichtete im Saal einen Lagerraum.

MIB wird lediglich die denkmalgeschützte Fassade des Saals in der Moststraße erhalten. Sie wird daher durch mächtige Stützen von außen stabilisiert. Auch im Inneren hat der Saal Stützen bekommen. Sie sichern die Wand zum Nachbargebäude in der Friedrichstraße hin ab.

Energisch, aber vergeblich haben die Bürgerinititiative "Bessere Mitte", der Verein "Wir sind Fürth" und der Stadtheimatpfleger in den vergangenen Monaten für den Erhalt des Saals und seine Einbettung in den Einkaufsschwerpunkt gekämpft und dabei Unterstützung von mehreren Denkmalschutzorganisationen und unter anderem auch vom Landesdenkmalrat bekommen. Wie ein restaurierter Saal aussehen könnte, hatte vor Jahren schon der gescheiterte erste Investor, Sonae Sierra, später dann die BI "Bessere Mitte" mit Visualisierungen sehr anschaulich gemacht. Sonae Sierra wollte den Saal, in dem einst sogar der bayerische König zu Gast weilte, als Gastro-Bereich nutzen.

Selbst die Tatsache, dass das Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst die Abrissgenehmigung für den denkmalgeschützten Saal jüngst als rechtswidrig einstufte, hat für die Abbruchpläne keine Folgen.

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