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Dezentrale Corona-Impfung: Heute geht es in Veitsbronn los

Es gibt positives Feedback auf neue Wege des Fürther Impfzentrums - 20.02.2021 11:00 Uhr

Pflegekräfte müssen mit einer Bescheinigung ihres Arbeitgebers dokumentieren, dass sie zur Gruppe mit der höchsten Impf-Priorität zählen. Hier ein Blick in den Anmeldebereich des Fürther Impfzentrums.

19.02.2021 © Foto: Hans-Joachim Winckler


Zwei dezentrale Angebote hat das für die Stadt Fürth und den Landkreis zuständige Impfzentrum jetzt auf den Weg gebracht: Seit Donnerstag verabreichen erstmals zwei Allgemeinarztpraxen – eine in Fürth, die andere im Landkreis – Spritzen zum Schutz vor Covid-19. Und: Für heute wurden 107 Personen der Prioritätengruppe eins zur Impfung in die Veitsbronner Zenngrundhalle eingeladen.

In beiden Fällen handelt es sich um Pilotversuche. Erprobt werden soll, wie viel Aufwand es erfordert, der Bevölkerung mit dezentralen Strukturen den Weg zum Impfzentrum in die mitten in Fürth gelegene Rosenstraße zu ersparen.

Wie Landratsamtssprecher Christian Ell sagte, war das Feedback aus den Arztpraxen erfreulich. Zwar wurden dort am Donnerstag und Freitag nur 75 anstelle der möglichen 150 Immunisierungen vorgenommen.

Abgleich der Patientendaten

Doch mussten sich die Praxisteams erst in die Materie einarbeiten und ihre Patientendateien mit den Daten der Software BayIMCO abgleichen. Auf diesem Online-Portal der Staatsregierung ist jeder Bürger erfasst, der sich für eine Corona-Impfung hat registrieren lassen.

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Zum Zug kämen nur Personen mit höchster Priorität, betont Ell, also Leute, die älter sind als 80 Jahre, Seniorenheimbewohnerinnen und -bewohner sowie jüngere Beschäftigte aus den Bereichen Medizin und Pflege mit hohem Ansteckungsrisiko. Letztere müssen eine Bescheinigung ihres Arbeitsgebers vorlegen.

Impf-Drängler wie in Erlangen?

Vorkommnisse wie in Erlangen, wo sich Führungspersonen aus der Verwaltung des BRK-Kreisverbands Erlangen–Höchstadt Impfungen erschlichen haben sollen, obwohl sie noch nicht an der Reihe waren, schließt Ell für Fürth aus. Es habe zwar auch hier schon Versuche von Impf-Drängelei gegeben, "aber das wurde rechtzeitig unterbunden".

In den Seniorenheimen sind den Angaben zufolge Ende Februar die Zweitimpfungen abgeschlossen. Die mobilen Teams können dann in dezentralen Stationen wie der in Veitsbronn eingesetzt werden. Vom kommenden Samstag an, ab 27. Februar, soll es mehrere Stationen geben.

Insgesamt sind fünf bis sieben geplant. Konkrete Orte und Termine wurden noch nicht bekanntgegeben. In die Planungen sollen wichtige Erkenntnisse aus dem Testlauf in Veitsbronn einfließen.

Ell weist ausdrücklich darauf hin, dass niemand spontan eine Immunisierung einfordern kann. Anrufe seien zwecklos. Die Termine würden zugeteilt und zwar nur an registrierte Personen.

70 Astrazeneca-Impfdosen verbraucht

Von 1000 Astrazeneca-Impfdosen, die das Impfzentrum erhalten hat, wurden bisher 70 verimpft – ein Teil im Klinikum, ein Teil in der Rosenstraße. Ell kann nur für das Impfzentrum sprechen. Dort habe bisher niemand gegen das Vakzin protestiert. Ob hiesige Impfkandidaten wie andernorts in Deutschland geschehen, Termine platzen ließen, könne man noch nicht sagen.

Das Astrazeneca-Vakzin ist mangels Daten für Ältere nur unter 65 zugelassen, hat eine ähnliche Wirksamkeit wie Grippeimpfstoffe, aber eine geringere als das Pendant von Biontech/Pfizer. Es macht Schlagzeilen wegen starker Nebenwirkungen.

Die aber erklären Experten schon deshalb für normal, weil ein jüngeres Immunsystem stärker reagiere. Wer das Astrazeneca-Serum ablehne, hieß es bereits aus Fürth, habe keinen Anspruch auf ein anderes.

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