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Freitag, 26.04.2019

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Die Bürgerinitiative geht an den Start

«Eine bessere Mitte für Fürth«: Kritiker des geplanten Einkaufszentrums mischen sich ein - 17.12.2008

Einigkeit demonstrierten die Gründungsmitglieder der neuen Bürgerinitiative bei ihrer Versammlung im Saal der Landeskrichlichen Gemeinschaft. © Thomas Scherer


Damit fanden zwei Strömungen zueinander, die zunächst unabhängig voneinander eine kritische Haltung gegenüber den ehrgeizigen Plänen der Stadt und des portugiesischen Investors Sonae Sierra eingenommen hatten (wir haben berichtet). Man habe «eine gemeinsame Basis gefunden«, sagte Moderator Stephan Stadlbauer bei der Gründungsversammlung am Montagabend im Saal der Landeskirchlichen Gemeinschaft an der Gebhardtstraße.

Einig sei man sich im Bestreben, das Center in der geplanten Dimension - 26000 Quadratmeter Verkaufsfläche - und mit den zu erwartenden Auswirkungen – Abriss und Beeinträchtigung mehrerer denkmalgeschützter Häuser an der Rudolf-Breitscheid-Straße - nicht zuzulassen. Zwar erkenne man durchaus Handlungsbedarf, vor allem im Bereich des ehemaligen Fiedler- und des Wölfel-Areals. Die Bedingungen, zu denen eine Umgestaltung der Innenstadt erfolgen soll, müssten aber «durch eine gemeinsame Willensbildung in der Stadt festgelegt werden«, nicht durch einen Investor, heißt es in einer Erklärung.

Es werde nicht leicht, die «Vielgestaltigkeit und Buntheit« der Neue-Mitte-Kritiker unter einen Hut zu bringen, prophezeite Stadlbauer. Was er damit meint, spiegelt die Auswahl der sechs vorläufig bestimmten Sprecher der Initiative wider: Das Spektrum reicht vom jungen Antifaschisten bis zur pensionierten früheren Führungskraft in einem Großunternehmen, von Grünen-Aktivisten bis zur bildenden Künstlerin und zur Wirtschaftsinformatikerin.

Zunächst wird man nun das von Oberbürgermeister Thomas Jung via FN angebotene Gespräch suchen - ohne sich freilich viel Hoffnung auf die Erfüllung der Forderungen zu machen. Die Bürgerinitiative möchte unter anderem, dass die Breitscheidstraße nicht ins Center eingebunden wird, dass die Bausubstanz erhalten bleibt und dass neue Verkaufsflächen auf ein «für Fürth verträgliches Maß« beschränkt bleiben.

Infostände und Veranstaltungen sollen folgen, eine eigene Homepage ist in Arbeit. Fürths Stadtheimatpfleger Alexander Mayer, der die Abrisspläne seit Monaten kritisiert und sich der Initiative ebenfalls angeschlossen hat, will Führungen im für die Neue Mitte vorgesehenen Bereich anbieten. Näheres werde man in Arbeitskreisen besprechen und dann publik machen. 

Wolfgang Händel

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