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Die Fürther Kolpingsfamilie feiert Jubiläum

150 Jahre im Dienst an den Menschen — Rückblick auf eine bewegte Zeit - 07.09.2015 16:00 Uhr

Der hier festlich geschmückte Kolpingsaal war Schauplatz vieler illustrer Veranstaltungen. Bei einem Luftangriff 1945 fiel er in Schutt und Asche. Auch über einen Biergarten und eine Kegelbahn verfügte die soziale Einrichtung. © Foto: privat


Die Aufbruchstimmung der Gründerzeit hat auch das Entstehen der Fürther Kolpingsfamilie im Todesjahr ihres geistigen Ahnherrn geprägt. Beeindruckt vom Mut und Gottvertrauen des Priesters und Gesellenvaters Adolph Kolping machte sich der Fürther Alexander Dill schon 1853 an die Gründung eines katholischen Gesellenvereins. Es sollte aber noch Jahre dauern, bis seine Idee in die Tat umgesetzt wurde.

Das 1897 errichtete Kolpinghaus in der Simonstraße 20 war ein Treffpunkt der Handwerksgesellen. © Foto: privat


In einer Zeit der Raumnot planten Dill und Gleichgesinnte eine Herberge für reisende Handwerksgesellen. 1888 hatten sie genug Geld gesammelt, um für 12 500 Mark ein Grundstück in der Simonstraße zu erwerben. 1895 konnte dann der Bau des Gesellenhospizes in Angriff genommen werden. Zum Kolpinghaus gehörten eine Gaststätte, die später auch Berufsschüler versorgte, und eine Kegelbahn. Ein Bombentreffer am Ende des Zweiten Weltkriegs verwandelte das Gebäude in eine Ruine, doch schon 1951 war der Wiederaufbau abgeschlossen.

Weil die fahrenden Gesellen durch die Kriege dezimiert worden sind, wurde das Kolpinghaus in ein internationales, überkonfessionelles Männerwohnheim umgewandelt. Wegen der schlechten Bausubstanz entschied man sich 1984 zu einem Neubau. Die katholische St. Josefsstiftung übernahm die rund 40 Sozialwohnungen und überließ der Kolpingsfamilie im Gegenzug kostenlos Versammlungsräume. Hier trifft sich die von 140 im Jahre 1955 auf mittlerweile 97 Mitglieder geschrumpfte Gemeinschaft zu Vorträgen, Spielen und Feiern. Seit Anfang der 70er Jahre gehören auch Frauen dazu. „Sie sind inzwischen in der Überzahl“, sagt Willi Hümmer (77), der die Organisation seit 1975 leitet und spätestens bei der nächsten Vorstandswahl 2017 abtreten will. Doch die Suche nach einem Nachfolger gestaltet sich ebenso schwierig wie das Bemühen, jüngere Mitglieder zu gewinnen. Willkommen ist, wer sich zu christlichen Werten bekennt. Jährliche Studienfahrten erweitern den Horizont und Ausflüge stärken die Gemeinschaft. Eine Kegelgruppe trifft sich alle 14 Tage im Ronhofer Gärtla. Hümmer selbst liebt die Kirchenmusik und hat von 1972 bis 1988 den Bläserkreis von St. Heinrich geleitet. Seit fünf Jahren spielt er Schlagzeug im Orchester von St. Marien, Langenzenn.

Schon seit vier Jahrzehnten leitet Willi Hümmer – hier neben einem Porträt von Adolph Kolping – die Fürther Organisation. © Mark Johnston


Zum Jubiläumsfest am 26. September mit politischer Prominenz legen sich die Fürther Familienmitglieder nicht selbst ins Zeug, sondern lassen sich einmal bedienen. Das Programm umfasst einen Festgottesdienst um 14.30 Uhr in St. Heinrich mit anschließendem Bannerzug zum benachbarten Pfarrzentrum. Hier warten Kaffeetafel, ab 17 Uhr der offizielle Festakt und danach ein gemeinsames Abendessen auf die Gäste.

VOLKER DITTMAR

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