14°

Montag, 20.05.2019

|

Die infra gibt mit Müll nochmal Gas

Neue Fackel nutzt Gärprozess im ehemaligen Abfallberg zur Wärmeerzeugung - 05.02.2013 09:00 Uhr

Josef Pschierer hat als Leiter der Abteilung Fernwärme die Gasfackel geplant. Hier steht er neben den Wäremtauschern. Ganz im Hintergrund rechts: der Solarberg, der das Gas liefert. © Hans-Joachim Winckler


Im Heizkraftwerk an der Vacher Straße, wo gerade erst eine moderne Hackschnitzelheizung für rund 320 Haushalte rund um den alten Flugplatz Atzenhof in Betrieb gegangen ist, wurde jetzt eine neuartige Gasfackel zur Wärmeerzeugung errichtet. 15 Meter hoch ist das futuristisch anmutende Gebilde. Ein Ofen, der den Wärmebedarf von weiteren 110 Haushalten deckt.

Die Energie für die im Dezember von Spezialfirmen aufgebaute Feuerstelle mit Wärmetauscher liefert der 800 Meter entfernte Müllberg. Der ist zwar längst verfüllt, begrünt und mit Photovoltaik-Modulen in einen Solarberg verwandelt worden, doch in seinem Inneren gärt es noch immer.

Gesammelt wird das Deponiegas in mehreren Gasbrunnen. Seit 1995 wird es zum Heizwerk an der Vacher Straße geleitet, wo es bislang einen Verbrennungsmotor zur Stromerzeugung antrieb. Insgesamt 22 Millionen Kilowattstunden Strom wurden neben zwölf Millionen Kilowattstunden Wärme seither erzeugt.

Inzwischen hat die Ausdünstung des Müllbergs jedoch so weit abgenommen, dass der Motor nicht mehr rund läuft. Wichtige Grenzewerte zum störungsfreien Betrieb konnten zuletzt nicht mehr eingehalten werden. Aus der Not machte die infra eine Tugend. Sie entwickelte gemeinsam mit der städtischen Abfallwirtschaft und Spezialisten auf dem Gebiet der Sondergasverwertung eine Schwachgasfackel, die auch bei geringer Gaszufuhr noch funktioniert.

180000 Euro ließ sich das kommunale Versorgungsunternehmen die Innovation kosten. Zwei Autokräne waren nötig, um die Fackel aufzustellen. Etwa zehn Jahre lang soll sie Dienst tun und jährlich etwa 1,6 Millionen Kilowattstunden Wärme erzeugen. Der integrierte Wärmetauscher zieht die Hitze ab und trägt so zum Klimaschutz bei. Gegenüber konventioneller Erdgasheizung können jährlich 371 Tonnen des Treibhausgases Kohlendioxid gespart werden.

Noch heuer wird das Heizwerk an der Fronmüllerstraße auf Biogas aus Cadolzburg umgerüstet. Außerdem beteiligt sich die infra an einem Windradprojekt mit drei Megawatt Leistung bei Illschwang in der Oberpfalz.

  

VOLKER DITTMAR

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Fürth