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Die Kirchweih als mörderische Kulisse

Vier Regionalkrimi-Autoren mit Ideen für ein mögliches „Tatort“-Drehbuch - 04.10.2013 22:00 Uhr

Die Kärwa als Tatort: Krimi-Autoren ließen sich von der Massenveranstaltung inspirieren. © Hans-Joachim Winckler


Der Fürther Veit Bronnenmeyer („Gesünder sterben“, „Stadtgrenze“) hat sich zum Beispiel mit Regionalkrimis, die ganz dicht dran sind an der aktuellen Nachrichtenlage, einen ausgezeichneten Namen als Autor gemacht. Dem 40-jährigen Agatha-Christie-Preisträger fällt aus dem Stegreif eine Geschichte ein, die gleich dahin führt, wo das Herz der Kirchweih schlägt.


Bronnenmeyers Vorschlag für ein fiktives Drehbuch: „Den Billigen Jakob hat’s erwischt. Man findet ihn ganz in der Nähe seines Standes. Das Mikrofon wurde ihm in den Mund gestopft...“ Ist der beliebte Händler, der längst zur Institution geworden ist, vielleicht einem Mitbewerber zum Opfer gefallen, der seinen Standplatz übernehmen will? Das verrät Bronnenmeyer noch nicht, dafür kennt er die ersten Worte der neuen Kommissare: „Auf gut fränkisch müssten die eigentlich bloß ,So!’ sagen.“


Josef Rauch („Der tiefe Fall“) hat in seinen Büchern mit dem Franken-Ermittler Philipp Marlein einen wahren Marlowe-Nachfolger kreiert. In seinem Fürth-Krimi „Der Fall Urbas“ steckt bereits ein Motiv: „Ein Journalist der ,Fürther Nachrichten’ wird im Kirchweih-Gewühl niedergestochen – am Ende stellt sich heraus, dass er sterben musste, weil er eine unfassbare Verschwörung aufdecken wollte, die das gesamte Frankenland erschüttern würde: die Stadtoberen von Fürth und Nürnberg planen, die beiden Städte zu fusionieren...“


Und wer kommt nach Rauchs Auffassung als Darsteller für die fränkischen TV-Kommissare in Frage: „Das darf kein Dumpfbackenteam werden, ich könnte mir Heißmann und Rassau gut in einer seriösen Rolle vorstellen.“
Mit dem ungleichen Ermittler-Duo Rainer Sailer und Eva Schatz hat sich Sigrun Arenz („Kühl bis ans Herz“, „Nicht vom Brot allein“) in der Liga der erfolgreichen Regionalkrimi-Autoren begeisterte Leser erobert.


Für den fiktiven Tatort Fürther Kärwa hat sie eine Idee mit Brisanz: „Nach dem Genuss eines Langos bricht der Fremde, der seit Tagen scheinbar ziellos durch die Stadt läuft, mit einer schweren Vergiftung zusammen. Ist der Langoshändler schuld oder treiben finsterere Mächte in der Kleeblattstadt ihr Unwesen? Was hat es mit den Plänen für die Übernahme des City-Centers in der Tasche des Opfers auf sich? Und wer sind die Gestalten, die sich nachts an der Abrissstelle dies alten Park-Hotels herumtreiben? Wie hängt das alles mit einer längst vergessenen Toten in der Pegnitz zusammen? Und wie können die fränkischen Kommissare dafür sorgen, dass die Fürther Kinder die größte Straßenkirchweih Deutschlands genießen, wenn zwischen Billigem Jakob und Autoscooter das Böse lauert?“


Fragen über Fragen. Auf die Frage nach dem passenden Kommissar denkt Sigrun Arenz spontan an Humphrey Bogart und antwortet mit einer Gegenfrage: „Kennen Sie einen Fürther, der mit Stil und Hut durch die Stadt läuft...“
Zufällig weiß Elmar Vogt („Der Fall Zita S.“) spontan, wer da in Frage kommt: „Mir gefiele Ewald Arenz als TV-Kommissar sehr gut. Natürlich mit Strohhut.“ Vogt, der in diesem Jahr mit seinem Fürther Historienkrimi debütierte, hat einen Drehbuch-Einfall parat, der ein paar Spezialeffekte nötig machen würde: „Von einem großen Fahrgeschäft reißt sich eine schleudernde Drehkugel, in der Menschen sitzen, los und kracht exakt auf ein Haus. Bei diesem merkwürdigen Unfall kommt ausgerechnet ein Mann ums Leben, der das Fest- und Feierwesen mit Prozessen stören will. Für die Ermittler stellt sich jetzt die Frage: War der tragische Unfall Zufall oder Absicht?“


Eines jedenfalls ist jetzt schon bewiesen: Fürth könnte ein „Tatort“ nach Maß werden. 

SABINE REMPE

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