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Die Stadtgrenze läuft quer durchs Sudhaus

Tucher plant im Gewerbepark Süd die «modernste Brauerei Europas» - Auftrag vergeben - 15.08.2007

Harte Trainingsarbeit lohnte sich: die Kicker des FC Deining und ihr Spielertrainer Thomas Nutz (stehend rechts). F: Münch


Für die Umsetzung des 20-Millionen-Euro-Projekts holte Tucher die norddeutsche «Tuchenhagen Brewery Systems» an Bord. Mit dabei ist auch die Firma Huppmann aus Kitzingen, von der unter anderen das neue Sudhaus kommen wird. Die Unterfranken sind ebenso wie Tuchenhagen eine Tochter des Konzerns GEA Group.

Gemeinsam rüsten sie die neue Brauerei mit der kompletten Prozesstechnik von der Malzannahme bis zu den Lagertanks aus. «Das ist Top-Technik made in Germany», meint Wieland Hoppen stolz. Der technische Geschäftsführer bei Tucher kündigt an, es werde die modernste Brauanlage Europas entstehen.

Der erste Spatenstich soll nach den Worten von Fred Höfler, bei Tucher Geschäftsführer für Marketing und Vertrieb, in einem Monat am 14. September erfolgen. Bis Anfang 2009 will Tucher den Umzug aus der Fürther Südstadt auf das Gelände am Main-Donau-Kanal abgeschlossen haben.

Das Grundstück im Gewerbepark Süd umschließt 94 000 Quadratmeter, liegt jedoch nur zu einem Teil auf Fürther Gebiet. Der Großteil befindet sich auf Nürnberger Seite. Die Brauerei entsteht unmittelbar neben dem bereits existierenden Logistik-Zentrum von Tucher.

Bis zur Fertigstellung der Braustätte, die einen Jahresausstoß von bis zu 700 000 Hektolitern haben soll, wird das in der Südstadt gebraute Bier wie bisher durch eine vier Kilometer lange Pipeline zum Logistik-Zentrum gepumpt. Nach dem Umzug von Tucher in den Gewerbepark wird die Leitung nicht überflüssig: Künftig soll sie das fürs Brauen benötigte Wasser aus Brunnen im Rednitzgrund liefern.

Laut Höfler wird die Stadtgrenze quer durch das neue Sudhaus laufen. Die Grenze soll sogar in Form einer farbigen Linie sichtbar gemacht werden. Künftig will man sich bei Tucher, das zur Radeberger Gruppe gehört, auf Kernmarken wie Lederer, Zirndorfer und Patrizier konzentrieren. Zurückziehen will man sich indes aus dem Billigbiermarkt. Entsprechende Verträge mit Handelsketten, die in ihren Supermärkten von Tucher gebrautes Bier unter eigenem Label verkauften, seien gekündigt worden.

Wie berichtet, wird auf dem Tuchergelände an der Schwabacher Straße nach dem Umzug der Brauerei ein Wohngebiet entstehen. Das alte Jugendstilsudhaus bleibt jedoch erhalten. JOHANNES ALLES 

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