Klimaneutralität

Die WBG Fürth setzt verstärkt auf erneuerbare Energien

Luisa Degenhardt
Luisa Degenhardt

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5.11.2020, 17:42 Uhr
Zurzeit entstehen 28 WBG-Wohnungen an der Magazinstraße. Die Solarmodule auf dem Dach wären laut Geschäftsführer Rolf Perlhofer zwar nicht vorgeschrieben gewesen, aber die WBG will den Einsatz erneuerbarer Energien weiter vorantreiben.

© Hans-Joachim Winckler Zurzeit entstehen 28 WBG-Wohnungen an der Magazinstraße. Die Solarmodule auf dem Dach wären laut Geschäftsführer Rolf Perlhofer zwar nicht vorgeschrieben gewesen, aber die WBG will den Einsatz erneuerbarer Energien weiter vorantreiben.

Klimaschutz ist das weltweit drängendste Thema dieser Zeit, auch wenn es im Zuge der Corona-Pandemie und der Präsidentenwahl in den USA etwas ins Hintertreffen geraten ist. Der Kampf gegen den Klimawandel läuft freilich nicht nur auf der Weltbühne, sondern auch in Fürth.

Deutschland und die EU haben sich ambitionierte Ziele gesetzt: Bis 2050 sollen die jährlichen Treibhausgasemissionen im Vergleich zu 1990 um 80 bis 95 Prozent sinken. Um also weitere 80 Prozent CO2 in den kommenden 30 Jahren einzusparen, schließt sich die Wohnungsbaugesellschaft (WBG) der Stadt Fürth der sogenannten "Initiative Wohnen.2050" an.

In diesem bundesweiten Zusammenschluss von Wohnungsunternehmen sind inzwischen 1,4 Millionen Wohneinheiten vertreten. Das klimapolitische Bündnis setzt sich dafür ein, die Voraussetzungen für das Erreichen der Klimaziele zu schaffen. Obendrein soll es den fachlichen Austausch vorantreiben und Kooperationen ermöglichen.

Damit die WBG ihre Absicht in die Tat umsetzen kann, braucht es ein Konzept. Das stellten der Geschäftsführer Rolf Perlhofer sowie der Aufsichtsratsvorsitzende und SPD-Fraktionschef Sepp Körbl nun vor.

Dabei stützt man sich auf zwei Säulen: alte Objekte sanieren und bei Neubauten auf Klimaneutralität achten. Stück für Stück sollen nicht erneuerbare Energiequellen durch erneuerbare ersetzt werden.

Mieten werden erhöht

Dafür muss erst einmal die derzeitige WBG-CO2-Bilanz untersucht werden. In einem zweiten Schritt müsse man sich auf die Technik und den Gebäudebestand konzentrieren und sich zum Beispiel fragen: "Wie gut muss ich die Gebäude dämmen?"

Und dann geht es natürlich auch immer um die Finanzierung des Ganzen. Die Kosten will die WBG teils über Zuschüsse decken – auch ein Grund, warum sie sich der "Initiative Wohnen.2050" anschließt. Denn als "kleineres Wohnungsunternehmen" erhofft man sich als Mitglied eines bundesweiten Bündnisses Vorteile "gegenüber der Politik und den Fördergebern". Außerdem sollen Erlöse aus den Tochterunternehmen Soziales Wohnen und Wohnfürth ins klimaneutrale Bauen und Sanieren fließen. Überdies kommen auf die Bewohner der sanierten WBG-Wohnungen "sozial verträgliche, moderate Mieterhöhungen" zu, wie Perlhofer sagte. Er rechnet mit maximal 1,50 Euro pro Quadratmeter, im Schnitt aber mit 1,33 Euro. Körbl fügte hinzu: "Man spart aber auch, weil die Nebenkosten sinken."

Eigentlich, so Perlhofer, habe man mit der neuen Strategie schon losgelegt. Zum Beispiel an der Magazinstraße am Rand des Südstadtparks, wo 28 Wohnungen entstehen und eine Photovoltaikanlage aufs Dach kommt, die zwar nicht vorgeschrieben ist, die man aber trotzdem verbaut. Künftig soll das klimaneutrale Konzept bei allen Vorhaben angewendet werden. Im kommenden Jahr steht die Modernisierung von 135 Mietwohnungen an, 38 Einheiten werden neu gebaut. Sie alle sollen mit Holzpellets – sie zählen zu den erneuerbaren Energien – versorgt werden.

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