Diebe klauen Sitzbänke aus Fürths Fußgängerzone

13.7.2017, 16:47 Uhr

© Foto: Hans-Joachim Winckler

Hans Pösl konnte es zunächst selbst kaum glauben. Am Donnerstag wurde der Chef des städtischen Tiefbauamts von einem Mitarbeiter darauf angesprochen, dass Sitzbänke in der Fußgängerzone fehlten. Ob er etwas darüber wisse? Pösl wusste nichts und rief erst einmal den Bauhof an. Hätte ja sein können, dass die Kollegen die Bänke abgeholt haben, um sie zu reinigen oder zu sanieren.

Als aber auch im Bauhof partout niemand etwas über ihren Verbleib sagen konnte, stand für Pösl fest: Die Sitzmöbel müssen gestohlen worden sein. Der Tiefbauamtsleiter beziffert den Schaden auf 15 000 Euro. Baubronze sei nicht billig, auf sie hatten es die Diebe offenbar abgesehen.

In der Schwabacher Straße zwischen Kohlenmarkt und Maxstraße sowie in der Rudolf-Breitscheid-Straße fehlen Pösl zufolge sieben Bänke. Sie waren aufgestellt worden, als die Stadt die Einkaufsmeile vor knapp über zehn Jahren neu pflastern hatte lassen.

Etwa 200 Kilo schwer

Erstaunlich: Drei Bänke vor dem Müller-Markt blieben stehen. Entweder wurden die Täter gestört oder, so mutmaßt Pösl, der Wagen, mit dem sie nachts in die Fußgängerzone gefahren sein müssen, war irgendwann doch überladen. Eine Bank wiege immerhin rund 200 Kilogramm, was wiederum bedeutet, dass es sich kaum um einen Einzeltäter handeln kann. Nicht betroffen von dem Beutezug ist der neue Teil der Einkaufsmeile rund um die Neue Mitte. Dort wurden Sitzgelegenheiten aus pulverbeschichtetem Stahlblech platziert, das deutlich weniger wertvoll sei als Baubronze.

Fest steht: Die Stadt wird Anzeige gegen Unbekannt erstatten. Lose Bolzen, mit denen die Bänke im Boden verankert waren, wurden bereits entfernt, damit niemand stolpert und zu Schaden kommt. Einen schnellen Ersatz wird es Pösl zufolge nicht geben. Dazu müsste erst einmal diskutiert werden, ob man wieder Bänke des damaligen Typs anschaffen wolle oder ob man das Modell "Neue Mitte" einheitlich in der Fußgängerzone sehen möchte. Und dann müsste die Anschaffung auch noch öffentlich ausgeschrieben werden . . .

Schneller könnte es nur gehen, wenn das Diebesgut gefunden wird – was jetzt Sache der Polizei sein dürfte.

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