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Diskussionen um den Biberttal-Radweg

Bürger fordern den Ausbau des Abschnitts zwischen Zirndorfs Grenzstraße und Fürths Trogbrücke - 03.05.2020 10:00 Uhr

Die Trasse ist nicht nur bei Radlern, sondern auch bei Fußgängern beliebt. Bei Trockenheit ist sie auch prima nutzbar. Wer die Trogbrücke (im Hintergrund) sieht, hat den unbefestigten Teil, der seit Jahren in der Kritik steht, fast hinter sich.

© Hans-Joachim Winckler


Auch an Fürths Oberbürgermeister Thomas Jung ging ihre Bitte, den Ausbau des Radweges wieder auf die Tagesordnung zu setzen. In Zeiten, da Politiker aller Couleur für den Umstieg vom Auto auf das Fahrrad werben, wäre eine angemessene Nutzbarkeit des Weges ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz.

Eine Minimalanforderung wäre die Befahrbarkeit. Tatsächlich aber, so erklärt Ingrid Stich auf Nachfrage, verwandle sich der Weg nach stärkeren Regenfällen in eine "Moorgrube, von der Grenzstraße schwemmt es den Schlamm in Lawinen runter".

Ingrid Stich nutzt den Weg, der bei ihr gleich um die Ecke liegt, regelmäßig, um zum Hauptbahnhof nach Fürth zu radeln, wo es im Zug weiter nach Nürnberg zur Arbeit geht. Und auch in ihrer Freizeit gehört das Ehepaar Stich zu den regelmäßigen Nutzern – "wie Tausend andere, die uns dort begegnen, auch". Aber nach Regen sei die Route nicht passierbar, zumindest nicht, "wenn man einigermaßen unverdreckt an sein Ziel gelangen möchte".

Das Ehepaar Stich macht sich eins zu eins die Argumente der Grünen Zirndorfs, insbesondere von Stadtrats-Fraktionschef Wolfram Schaa zu Eigen, wenn es die Befestigung des Abschnitts fordert. Schaa hatte die Ertüchtigung des Weges schon des Öfteren angemahnt, Bemühungen der Stadt Zirndorf scheiterten allerdings stets daran, dass der Weg durch das Wasserschutzgebiet der infra Fürth führt.

 

"Die Zeit ist reif"

 

Umso mehr freut Schaa der Impuls der Stichs. "Die Zeit ist reif dafür, den Weg zu ertüchtigen." Nicht ganz nachvollziehen kann er die Reaktion, die die Stichs von Fürths OB Jung erhielten: Der verweist auf "die zuständigen Behörden beim Landratsamt Fürth", die den Weg bislang nicht hätten "genehmigen können" und reicht den Ball an die Bibertstadt weiter: "Zirndorf wird sicherlich erneut gewissenhaft prüfen, ob der Ausbau jetzt möglich ist."

Für Schaa aber liegt der Ball eindeutig bei der infra Fürth. "Und wenn Jung jetzt sagt, das Landratsamt ist zuständig, dann muss sich das eben mal mit Stadt Fürth und infra zusammensetzen und klären, ob und wo Zugeständnisse möglich sein könnten und alle Beteiligten informieren." Gespräche mit Zirndorf und Fürth habe es in der Vergangenheit immer wieder gegeben, heißt es dazu aus dem Landratsamt. Aktuell aber sei nichts geplant. Jedoch verweist Kreissprecher Christian Ell auf ein neues Radverkehrskonzept, das noch heuer erstellt werden soll. Dann werde diese Verbindungsstrecke "sicherlich noch einmal vom Landkreis thematisiert".

Bürgermeister Thomas Zwingel indes ist es eigenen Angaben zufolge neu, dass das Landratsamt in bisherige Gespräche involviert gewesen sein soll. Er erinnert an wiederholte Vorstöße der Bibertstadt, die aber stets an der infra Fürth scheiterten. Das Schreiben der Stichs will er "gern zum Anlass nehmen, noch einmal an die infra heranzutreten". Er macht sich allerdings wenig Hoffnung, "das haben die Erfahrungen der vergangenen Jahre gezeigt: Um es vorsichtig zu formulieren, es war schwierig".

Der fragliche Abschnitt des Radweges liege in einer Wasserschutzzone, die keine Befestigung in Form einer Asphaltierung erlaube. "So bleibt uns nur, Löcher zu stopfen." Auf Fürther Gemarkung, wo die Trasse aus Asphalt besteht, sei die Schutzzone als "erweiterte" weniger streng klassifiziert.

Der Wasserschutz als Gegenargument leuchtet den Stichs aber nicht so recht ein, schließlich sei die Radtrasse auf Fürther Grund ab der Trogbrücke doch auch asphaltiert, obwohl direkt daneben ebenfalls Wasserfassungen der infra lägen. Und nicht zuletzt quere sogar die Fuchsstraße das Wasserschutzgebiet im Rednitzgrund. "Eine angemessene Befestigung", so finden die Stichs, "sollte daher auch auf Zirndorfer Grund machbar sein." Dabei würde es nach Erachten des Ehepaares auch genügen, zwei parallel laufende Fahrspuren zu befestigen, statt den Weg auf ganzer Breite zu asphaltieren.

Doch selbst diese Minimallösung kommt für Stephan Zeilinger, den Chef der infra-Wasserwerke, nicht in Frage. 

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