Drama in Fürther Gehege: Bakterium tötet Frischlinge

30.3.2019, 06:00 Uhr
Vor zwei Wochen tollten sie noch übermütig im Gehege herum: zwei der acht Frischlinge, die sofort zu Publikumslieblingen wurden.

Vor zwei Wochen tollten sie noch übermütig im Gehege herum: zwei der acht Frischlinge, die sofort zu Publikumslieblingen wurden. © Foto: Hans-Joachim Winckler

Nicht zum ersten Mal verschwindet der Nachwuchs der Fürther Publikumsattraktion am Stadtwaldrand spurlos. Im vergangenen Sommer wollte Stadtförster Martin Straußberger wissen, warum. Er erschoss einen sichtlich maladen Frischling und ließ den Kadaver untersuchen. So konnten Tiermediziner herausfinden, was die Jungtiere dezimiert: Escherichia coli heißt das Todesurteil. Ein Kolibakterium das von der Muttersau auf ihre Embryos übergeht. Im Gegensatz zum Muttertier verfügen die Jungen nicht über genügend Antikörper, um den Angriffen der Darmbakterien gewachsen zu sein. Sie verenden und werden sofort von ihren Artgenossen gefressen.

Der Stadtförster hat am Freitag mit den kommunalen Veterinären über das weitere Vorgehen beraten. Mehrere Optionen stehen zur Auswahl, sagt Martin Straußberger auf FN-Anfrage. Eine davon sei es, die Bachen im Gehege auszutauschen. Davon verspricht sich der Stadtförster allerdings keine dauerhafte Problemlösung, wenn sich das Bakterium schon im Gehege eingenistet hat. Auch auf die Hoffnung eines Tierarztes, der vergangenes Jahr glaubte, das Problem der mangelnden Widerstandskraft werde sich mit der Zeit schon von alleine lösen, vertraut Straußberger nicht.

Er denkt vielmehr über eine ebenfalls von Veterinären vorgeschlagene Impfaktion nach. Allerdings muss der passgenaue Impfstoff gegen das Bakterium erst noch zusammengestellt werden. Um die nötigen Informationen zu liefern, muss wahrscheinlich der letzte Frischling dran glauben. Wird auch er gefressen, ist es zu spät. Allzu lange müssen die Fans der kleinen Fürther Wildschweinbande jedoch nicht traurig sein. Im 1987 angelegten Schwarzwildgehege kündigt sich bereits neuer Nachwuchs an. Ende April wird es nach Straußbergers Einschätzung so weit sein.

In der Regel gibt es in Fürth zweimal im Jahr Nachwuchs. Das hängt auch mit der guten Ernährung zusammen. Um Krankheiten zu vermeiden, sollten die Besucher aber nicht wahllos füttern, sondern die Hinweisschilder am Zaun beachten. Auf Nummer sicher geht, wer seine Gaben in der Box am Gehegeeingang deponiert.

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