Dreifachturnhalle Seeackerschule: Die Bäume sind weg

Birgit Heidingsfelder
Birgit Heidingsfelder

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14.1.2021, 18:51 Uhr
Plangemäß wurden vor der Seeackerschule 27 Bäume abgeholzt. Baureferentin Christine Lippert betont, man habe „nur das Nötigste“ entfernt.

© Foto: Thomas Scherer Plangemäß wurden vor der Seeackerschule 27 Bäume abgeholzt. Baureferentin Christine Lippert betont, man habe „nur das Nötigste“ entfernt.

Inbegriffen war – mit Blick auf einen Baubeginn im Sommer – "die vorzeitige Rodung in der Vegetationsruhe 2020/2021". Hecken und einige Nadelbäume fielen der Säge jetzt auch zum Opfer, doch mussten vor allem Laubbäume Platz machen: Stieleiche, Spitzahorn, Platane, Pappel, Walnuss...

Inzwischen steht fest: So früh rücken zwischen Seeacker- und Carlo-Schmid-Straße noch keine Bagger an. "Mit ganz viel Glück" könne man Ende 2021 loslegen, sagte Bürgermeister Markus Braun Anfang Januar.

Baureferentin Christine Lippert hat sich nun ähnlich geäußert: "Wenn alles gut geht, können wir Ende 2021 beginnen." Andernfalls starte man nach dem Winter 2021/22. Die Verschiebung erklärt sie auch mit der Debatte um die Höhe der Baukosten. Allein damit habe man rund zwei Monate verloren.

Auch wenn 2017 am Schießanger das Julius-Hirsch-Sportzentrum eröffnet hat, fehlt es Fürth weiter an Turnhallen. Braun spricht im Zusammenhang mit der geplanten Halle von einem "zwingend notwendigen Bedarf". Den hat die Bezirksregierung bestätigt. Vor diesem Hintergrund lief ein Vorstoß zur Rettung von Teilen des Baum- und Gehölzbestands ins Leere. Der Bund Naturschutz hatte nachgefragt, ob nicht eine Zweifachturnhalle genüge.

Auch Pestalozzischüler sollen Halle nutzen

Die Dreifachturnhalle soll laut Braun nicht nur den Erst- bis Sechstklässlern der Seeackerschule Sport an Ort und Stelle ermöglichen, sondern auch den Grund- und Mittelschülern der Pestalozzischule, deren Sportunterricht bisher an unterschiedlichsten Standorten stattfindet. Ab 17 Uhr wolle man dann den Vereinen Einlass gewähren.

Rund 13 Millionen Euro – ursprünglich waren es elf – hat man im Rathaus für den Bau veranschlagt. Sechs Millionen muss die Stadt stemmen, mit sieben fördert der Freistaat das Vorhaben. Das Baureferat ist weiter aufgerufen, Einsparpotenziale zu suchen. Das geschieht laut Lippert, konkret sei aber noch nichts.

Die Halle soll durch Trennvorhänge in drei Sportfelder teilbar sein und knapp 100 Sitz- sowie knapp 100 Stehplätze für Zuschauer haben. Damit das Gebäude, dessen Dach begrünt werden soll, nicht zu mächtig wirkt, wird es zum Teil im Boden versenkt. Aufwendig: Auch alle Außenanlagen der Schule werden erneuert.

Pausenhof mit Verkehrsübungsplatz

Das betrifft den so genannten "Ankunftsbereich" am Haupteingang der Schule in der Carlo-Schmid-Straße. Die "relativ triste Fläche" will man laut Lippert gestalten und unter anderem mit Pkw- und Fahrradabstellflächen ausstatten. Der Pausenhof wiederum erhalte einen "sehr schönen Verkehrsübungsplatz" mit Spielgeräten auf "Verkehrsinseln". Außerdem werde ein "pädagogisch sehr wertvoller" Schulgarten eingerichtet, also ein "grünes Klassenzimmer".

Auf die von der Redaktion weitergegebene Frage einer FN-Leserin, warum die Stadt in der Corona-Pandemie ein solches Vorhaben anpacke, obwohl das Geld woanders sicher nötiger gebraucht werde, sagte Lippert: "Solche Großprojekte haben eine lange Vorlaufzeit." Man plane hier seit 2017, die Gelder seien bereitgestellt, sowas laufe dann. "Außerdem müssen wir auch jetzt in Schule, Bildung und Sport investieren." Für die Zeit nach Corona sei das wichtig.

Bürgermeister Braun kann sich eine Eröffnung der Dreifachturnhalle im ersten Halbjahr 2023 vorstellen.

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