Donnerstag, 19.09.2019

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Drogeriemarkt in Lehrlingshand: Nachwuchs führt Fürther Filiale

Während der "Azubi-Woche" konnten sich angehende Einzelhandelskaufleute erproben — Spaß soll bei der Aktion nicht zu kurz kommen - 10.04.2017 11:00 Uhr

Aufgeschlossen und verständnisvoll, auch wenn mal etwas nicht gleich klappte, erlebten Jennifer Moßner (von rechts), Lena Popp und Janine Fischer die meisten Kunden während der Azubi-Woche. © Foto: Hans-Joachim Winckler


Wer die Tage in der Rossmann-Filiale in der Poppenreuther Straße einkaufen war, brauchte bei Fragen nicht lange nach einem Ansprechpartner suchen. Bis zu sechs Auszubildende und damit mehr Personal als im Alltagsbetrieb waren in dem Drogeriemarkt gleichzeitig präsent – beim Wareeinräumen, bei Aktionen und an der Kasse etwa. Mit ihren roten T-Shirts fielen die Nachwuchskräfte schon von Weitem auf.

"Manche Kunden haben uns fälschlicherweise für den Azubi des Monats gehalten", berichtet Janine Fischer schmunzelnd. "Denen haben wir dann erklärt, dass bei uns gerade die Azubi-Woche läuft." Bei der bundesweiten Aktion führen Lehrlinge eigenverantwortlich ausgewählte Standorte der Drogeriemarktkette. Die Filiale in der Poppenreuther Straße ist seit vergangenem Jahr dabei. Weil hier Kundenstruktur und Umsatz im Mittelfeld lägen und obendrein eine gute Erreichbarkeit mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gegeben sei, erläutert Matthias Labann, der Bezirksleiter für Stadt und Landkreis Fürth und damit für derzeit elf Rossmann-Filialen zuständig ist.

Männer sind in der Unterzahl

Teilnehmen an der Aktion dürften alle Auszubildenden aus der Region, berichtet Filialleiterin Aleksandra Lalic und erklärt: "Eine Auswahl findet nicht statt. Damit alle mal den Spaß mitbekommen und es gut durchgemischt ist." So teilen sich dieses Mal 18 junge Frauen und drei Männer aus Eckental, Fürth, Rednitzhembach, Seukendorf und anderen Kommunen die Ladenverantwortung in Poppenreuth. Männer sind in der Drogeriemarktbranche traditionell in der Unterzahl, bedauert Labann.

"Die Auszubildenden machen alles, was die normale Verkaufsstelle auch machen würde", erläutert Lalic. Also etwa die Haltbarkeit der Produkte überprüfen, Regale umräumen und säubern, kassieren und Abrechnungen erstellen.

Hinzu kommen zwei Aktionstage, an denen die Auszubildenden aus dem ersten bis dritten Lehrjahr Kunden die Gelegenheit geben, Babynahrung beziehungsweise Cremes zu testen. "Die Kunden waren begeistert, haben sich gefreut", resümiert Fischer, die ab Sommer stellvertretende Filialleiterin in Roth werden soll. Normalerweise seien solche Aktionen auf die Adventszeit, verkaufsoffene Sonntage und Neueröffnungen begrenzt. In Labanns Zuständigkeitsbereich soll es davon heuer zwei geben — eine in Ronhof und eine in Roßtal.

Über mangelnde Bewerber kann sich der Bezirksleiter derzeit noch nicht beschweren: "Ich habe dieses Jahr wieder viele gute Azubis gefunden." Diese würden sich entweder direkt auf eine Stellenausschreibung in einem bestimmten Markt bewerben oder von Labann einer Filiale zugeteilt.

Die angehende Einzelhandelskauffrau Fischer hat ihren Beruf unter anderem deshalb gewählt, weil man damit nicht nur in Drogerien, sondern beispielsweise auch in Kauf- und Modehäusern oder Lebensmittelfachgeschäften arbeiten kann und nach dem Abschluss zudem verschiedene Weiterqualifizierungen, beispielsweise zur Kosmetikerin, möglich seien.

Ihre Kollegin Lena Popp lernt indes als einzige Auszubildende in Bayern in ihrem Jahrgang den Beruf der Drogistin. Einen Schwerpunkt bilde dabei die Annahme und Abwicklung von Fotoaufträgen sowie generell mehr Warenkunde, etwa zu den Inhaltsstoffen von Kosmetika und frei verkäuflichen Arzneimitteln, erzählt die blonde Frau, die während der Azubi-Woche als Tagesleitung eingesetzt ist. "Das mache ich in meiner Stammfiliale auch", berichtet Popp. "Ich bin da für die Kassenzuteilung und die Zuteilung der sonstigen Aufgaben verantwortlich, für die Abrechnungen, allgemein für Bürotätigkeiten und für Problemfälle", zählt Popp auf.

Viel Eigenverantwortung

Überhaupt sei die Arbeit in einem Drogeriemarkt viel abwechslungsreicher als viele auf den ersten Blick meinten, sagen die Rossmann-Vertreter unisono. "Wir haben schon allein so ein breites Sortiment: vom Lippenstift über Katzennahrung bis zum Fahrradschloss", illustriert Labann. "Und man kann viel selbst entscheiden", ergänzt Filialleiterin Lalic. Zum Beispiel, wo im Laden aktuell die Osternester, -eier und Co. stehen. "Da kann man sich entfalten." Selbiges gelte für die Gestaltung der Dienstpläne, die sie für die 16-köpfige Stammbelegschaft zumeist schon sechs bis acht Wochen im Voraus erstellt. Schließlich gelte es, 72 Stunden die Woche abzudecken – Montag bis Freitag von acht bis 20 Uhr.

Deshalb sollten angehende Einzelhandelskaufleute und Drogisten Flexibilität mitbringen. Daneben seien Lernbereitschaft, Kommunikationsstärke und Offenheit wichtig. Wer diese Voraussetzungen erfüllt und sich gut in der Lehrzeit anstellt, kann bei Rossmann mit einer über 80-prozentigen Übernahmechance rechnen, heißt es von dem Unternehmen aus Burgwedel. In Stadt und Landkreis Fürth liege sie sogar nahe der 100 Prozent, sagt Labann. Bei entsprechender Leistung würden die Absolventen gar gleich auf Leitungspositionen gesetzt. So soll Popp die stellvertretende Filialleitung in der neuen Verkaufsstelle in der Fürther Straße übernehmen.

"Mit der Übernahmegarantie fühlt man sich sicher", bilanziert Fischer, die mittelfristig gerne in ihrem Heimort Rednitzhembach arbeiten würde. Die Azubi-Woche sei da eine schöne Gelegenheit für den Nachwuchs, um zu erfahren, was auf ihn zukommt, erklärt Labann. "Man kann Erfahrungen sammeln und Spaß haben", resümiert Lalic. "Es sind ja immer viele Leute in ähnlichem Alter da." 

ASTRID LÖFFLER

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