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Ebbe in Fürther Trogbrücken

Zur Sanierung werden Bauwerke über Rednitz- und Zenntal trockengelegt - 11.04.2012 11:00 Uhr

Männer des Technischen Hilfswerks legen an der Zenntalbrücke die Schläuche zum Abpumpen aus. Vor dem Entleeren müssen die Trogbrücken hermetisch abgeschottet werden. Dazu hieven Schwimmkräne große Stahlwände auf Stahlgerüste, die zuvor mit Hilfe von Tauchern in der fünf Meter tiefen Kanalsohle verankert worden sind.

© Hans-Joachim Winckler


Kein leichtes Unterfangen, müssen die Tröge dazu doch hermetisch abgedichtet und vom Wasser befreit werden. Am Mittwochvormittag soll die am Dienstag angelaufene Operation abgeschlossen sein. Bereits am Ostermontag hatten Taucher den Rammschutz an den Brückenwänden entfernt. Vier Schwimmkräne aus Regensburg, Schweinfurt und Nürnberg und ein Dutzend Froschmänner waren zum Aufbau der Verschlusswände im Einsatz.

Bereits seit vergangenem Jahr laufen die Vorbereitungen im Rednitztal, ist der Fuß- und Radweg im Bereich der Trogbrücke unterbrochen. Schließlich mussten schwere Stahlstreben zur Versteifung des 40 Jahre alten Bauwerks vormontiert werden — ein Sicherheitsrisiko für Passanten. Noch länger, nämlich über ein Jahr, hat die Planung der Großbaustellen in Anspruch genommen.


Die Zenntalbrücke war bereits 2010 zur Erneuerung ihrer verbrauchten Lager leergepumpt worden. Bei der abschließenden Inspektion stellte man fest, dass auch der Korrosionsschutz verschlissen war. Die Reparaturzeit reichte damals zum Renovieren nicht mehr aus. Das muss nun nachgeholt werden. Allerdings können in der dreiwöchigen Schifffahrtspause nur die Seitenwände mit einer neuen Schutzschicht versehen werden. Für das Bearbeiten des Brückenbodens ist eine weitere Zwangspause notwendig.

Nach der Zenntalbrücke sind jetzt auch die 64 Lager der Rednitztalbrücke zur Erneuerung fällig. Ungleich aufwendiger, da das Bauwerk mit 218 Metern fast doppelt so lang ist wie die Zenntalbrücke. Sie enthält 48 Millionen Liter Wasser, der Trog am Solarberg dagegen nur 28 Millionen Liter.

Hier sind am Dienstag 24 ehrenamtliche Helfer des Technischen Hilfswerks (THW) aus Fürth und Erlangen mit zwölf leistungsfähigen Elektropumpen und mehreren Stromaggregaten in Stellung gegangen, um das Wasser aus der abgedichteten Brücke in den angrenzenden Kanal zu befördern. 48.000 Liter Wasser können pro Minute abgepumpt werden. Das THW hat darin schon Übung, denn es war bereits vor zwei Jahren für das Entleeren im Einsatz. Wie Marko Ruszczynski, Leiter des federführenden Sachbereichs Bau- und Unterhalt beim Wasser- und Schifffahrtsamt Nürnberg, auf Anfrage erläutert, könnte das Wasser aus der Brücke auch direkt in die Zenn abgelassen werden, das sei aber nicht praktikabel. Bei der Rednitztalbrücke bestehe diese Möglichkeit nicht, zumal das Wasserschutzgebiet dort eine Einleitung verbietet.

An beiden Trogbrücken sind umfangreiche Gerüste notwendig. Am Bauwerk im Rednitztal musste schon für die Vorbereitungsarbeiten im Winter ein beheizbarer Holzverschlag gezimmert werden, damit Anstriche austrocknen konnten. Die Zenntalbrücke wird nach dem Leerpumpen überdacht, um den neuen Korrosionsschutz sicher vor Witterungseinflüssen anbringen zu können. Ob auch an der Rednitztalbrücke der Korrosionsschutz erneuert werden muss, wird sich laut Ruszczynski erst bei der abschließenden Brückeninspektion herausstellen. 1,3 Millionen Euro hat schon die Lagererneuerung an der Zenntalbrücke gekostet. Die aktuellen Renovierungsarbeiten, die auch an mehreren Schleusen laufen, schlagen mit zehn Millionen Euro zu Buche.

Für Radfahrer und Fußgänger bringen die Baumaßnahmen in Fürth Behinderungen mit sich. Denn die Betriebswege beiderseits der Brücken sind ebenso unpassierbar wie der Kellerweg unter der Rednitztalbrücke. Eine Umleitungsempfehlung gibt es auf der Homepage der Stadt Fürth unter www.fuerth.de/fahrradstadt
 

Volker Dittmar

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