Egersdorfer Seniorenheim: Viele Bewohner und Leiterin infiziert

18.11.2020, 17:00 Uhr
Anfang der Woche fand die Reihentestung im Egersdorfer Heim statt. Die Bewohner wurden durch mehrere Zelte geschleust.

Anfang der Woche fand die Reihentestung im Egersdorfer Heim statt. Die Bewohner wurden durch mehrere Zelte geschleust. © Thomas Scherer

Die Zahlen von Montag sind schon wieder Makulatur: Seit Mittwoch liegt das Ergebnis der Reihentestung vor, die Anfang der Woche im Awo-Pflegeheim im Cadolzburger Ortsteil Egersdorf stattfand. Robert Schneider, Geschäftsführer der Awo Neustadt-Aisch/Bad Windsheim als Träger der Einrichtung, muss nun von einem größeren Corona-Ausbruch ausgehen.

16 der 57 Bewohner haben sich angesteckt, "bei drei Menschen müssen wir aufgrund der Vorerkrankungen mit dem Schlimmsten rechnen", sagt Schneider. Das Haus ist in vier Wohngruppen unterteilt. Die positiv Getesteten wurden in einer Gruppe isoliert, Kontaktpersonen in einer zweiten. Die anderen beiden Wohngruppen versucht der Betreiber, infektionsfrei zu halten.


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Im Bereich des Betreuten Wohnens mit 160 Wohneinheiten, in denen 200 Menschen leben, blieb es ebenfalls nicht bei zwei Betroffenen. Dort haben sich elf Menschen infiziert, die sich auf Order des Gesundheitsamts nun in häuslicher Quarantäne in ihren Wohnungen befinden. "Eine schwierige Situation für die Betroffenen", wie Schneider sagt.

"Wir verfolgen das Konzept, die Menschen möglichst lange ambulant in ihren eigenen vier Wänden zu betreuen. Über Essenszeiten, Beschäftigungsangebote oder Nachmittagskreise versuchen wir, den weniger Rüstigen unter ihnen eine Tagesstruktur zu geben, doch das fällt mit der Quarantäne weg", erklärt er.

Leiterin hat sich infiziert

Vom Personal, das die Menschen im Betreuten Wohnen ambulant unterstützt, wurde niemand positiv auf Corona getestet. Doch im Mitarbeiter-Team des Pflegeheims sind vier Personen betroffen, darunter die Heimleiterin, die auch für die Senioren-Residenz der Awo in Langenzenn zuständig ist. Sie hat sich Schneider zufolge sofort in häusliche Quarantäne begeben.

Nächste Reihentestung steht an

Allerdings geht Schneider davon aus, dass nun auch das Langenzenner Haus wieder stärker betroffen sein dürfte. Er rechnet dort noch in dieser Woche mit einer Reihentestung auf Veranlassung des Gesundheitsamts. Die Einrichtung war bereits während der ersten Welle im Frühsommer massiv betroffen, Dutzende Bewohner hatten sich infiziert, 26 Menschen sind gestorben.