Eigenes Kulturreferat? Fürths Ältestenrat schlägt andere Lösung vor

Matthias Boll
Matthias Boll

Lokalredaktion Fürth

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21.4.2021, 15:30 Uhr

© Foto: Hans-Joachim Winckler

Der Nachfolger oder die Nachfolgerin von Elisabeth Reichert – sie geht Ende September in den vorzeitigen Ruhestand- soll demnach "nur" noch für die Bereiche Soziales und Kultur zuständig sein. Das komplette Sachgebiet Krippen und Kindertageseinrichtungen würde dem Referat Schule, Bildung, Sport und Gesundheit zugeordnet, das Bürgermeister Markus Braun leitet.

Damit würde das Referat IV rund 300 seiner bisherigen Beschäftigten – aktuell etwa 700 – und Aufgaben entlastet. Für den Vorschlag muss der Stadtrat grünes Licht geben, dies dürfte jedoch als Formsache gelten.

Oberbürgermeister Thomas Jung spricht von einer "guten und zukunftsfähigen Entscheidung". Die Stadt versorge damit die Kinder von der Krippe bis zum Schulabschluss und weiter beim Übertritt von der Schule in den Beruf bis hin zur Erwachsenenbildung künftig in einem Referat. Dies schaffe "noch mehr Bildungsgerechtigkeit"; besondere Relevanz erhalte der neue Zuschnitt, wenn ab dem Jahr 2025 der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung auch für Grundschulkinder greife.

Neue Freiräume

Mit der Lösung werde zudem, so Jung, auch das künftige Kultur- und Sozialreferat gestärkt, denn die Neuorganisation schaffe "neue Freiräume für die wichtigen kulturellen und sozialen Themen" der Stadt. "Damit wird auch dem Wunsch vieler Kulturschaffender nach mehr Bedeutung und Aufmerksamkeit für den Kultursektor Rechnung getragen."

Die Grünen-Fraktion hatte zur Sitzung des Ältestenrats den Antrag gestellt, ein eigenständiges Kulturreferat zu etablieren, das neben der Kultur auch die Themenfelder Jugend, Denkmalschutz und Tourismus abdecken würde. "Wir haben große Wertschätzung für die Fürther Kultur", sagt SPD-Fraktionschef Sepp Körbl, jedoch stünde ein eigenes Kulturreferat mit Blick auf den Arbeitsaufwand und die Themenfülle der anderen städtischen Referate "in keinem Verhältnis". Die Arbeit müsse gleichmäßig auf alle Schultern verteilt werden.

Name ist noch offen

"Wir wollen trotzdem am Ball bleiben", lässt indessen Inge Gutbrod wissen. Die bildende Künstlerin zählt zu jenen 16 Kreativen, die am Wochenende in einem offenen Brief an Jung und die Stadträte für ein eigenständiges Kulturreferat plädiert hatten. "Einfach mal den Willen zu zeigen, Kultur wirklich ernst zu nehmen als einen wesentlichen Bestandteil der Stadtgesellschaft, der Bildung und der Lebensqualität, das wäre schon ein großer Schritt in die richtige Richtung", ergänzt Schriftsteller Ewald Arenz; auch er gehört zu den Unterzeichnern des Briefes.

Ob das zukünftig verschlankte Referat IV übrigens "Soziales und Kultur" heißen wird, ist noch offen. Laut Körbl kursieren "einige Namensvorschläge", doch welcher zum Zuge kommt, möge ebenfalls der Stadtrat entscheiden.

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