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Ein „Bildungscampus“ in der Waldstraße

Humanistischer Verband startet Bauarbeiten am neuen Schulhaus und plant Eröffnung eines Kindergartens - 28.09.2012 19:00 Uhr

Wo jetzt Bagger und Baukräne stehen, will der Humanistische Verband — im Bild HVD-Vorstand Michael Bauer und Schulleiterin Ulrike von Chossy — ab Herbst 2013 hundert Grundschüler unterrichten. © Ralf Rödel


Michael Bauer, Vorstand des HVD Bayern, spricht vom „bundesweit bisher größten Bauvorhaben“ seines Verbands. Bezuschusst von Staat und Stadt soll für 3,7 Millionen Euro am Standort Waldstraße bis zum Sommer ein „modernes, funktionales und energieoptimiertes Schulgebäude entstehen, in dem voraussichtlich ab September 2013 bis zu hundert Schüler nach dem reformpädagogischen Ansatz des HVD — Motto: „Talente entfalten“ — unterrichtet werden können. Den Eigenteil des HVD beziffert Bauer auf 1,2 Millionen Euro.

Wie berichtet, gibt es in Fürth zwei private Grundschulen: Die evangelische ist eben erst an den Start gegangen, die humanistische war Vorreiter und wurde 2008 eröffnet. Zurzeit nutzen beide einen Containerbau an der Kapellenstraße als Übergangsquartier, wobei ein Teil der gegenwärtig rund 90 HVD-Schüler in der Waldstraße unterrichtet wird.

Dort hat der Verband bereits zwei Gebäude errichtet: Im einen ist ein Teil der Schule (inklusive Hort) untergebracht, im anderen eine Kinderkrippe. Wenn der Neubau fertig ist, möchte der Verband im dann frei werdenden Schulhaus einen Kindergarten eröffnen. Für Bauer ein pädagogisch sinnvoller Lückenschluss, da dann alle Altersgruppen vom Klein- bis zum Schulkind betreut würden. Gespräche mit der Stadt laufen, so Bauer, genehmigt ist noch nichts.

Dass es mit der evangelischen Grundschule neuerdings Konkurrenz gibt, stört Bauer nicht: „Die Profile sind so unterschiedlich, und unsere Warteliste ist lang.“ Trotz des Schulgelds von monatlich 150 Euro kämen auf einen freien Platz sieben Bewerber. Der Schulbetrieb mit ganztägigem Betreuungsangebot kommt ohne Stundenpläne aus, ohne Zensuren und ohne Klasseneinteilung. Gearbeitet wird individuell und jahrgangsübergreifend in Lerngruppen und -kursen. Statt Zeugnissen gibt es Portfolios, also Mappen, die das Schuljahr abbilden. Sie enthalten beispielsweise eine Kurzform des Lehrplans mit Hinweisen, was das Kind kann und wo es noch üben muss, Werke und Selbstinterviews, Briefe des Lehrers an das Kind und Fotos von Ausflügen. 

Birgit Heidingsfelder

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