Ein Schritt aus der Isolation

7.3.2012, 11:00 Uhr
Martin Truckenbrodt ist von seinem neuen Arbeitsplatz in Buchschwabach begeistert. Bei Werba Plast kommissioniert er selbstständig Kunststoffartikel.

Martin Truckenbrodt ist von seinem neuen Arbeitsplatz in Buchschwabach begeistert. Bei Werba Plast kommissioniert er selbstständig Kunststoffartikel. © Marion Reinhardt

Der neue Arbeitsplatz von Martin Truckenbrodt ist nur einen Katzensprung von daheim entfernt. „Klasse“ findet es der 27-Jährige, dass er nicht mehr täglich die lange Strecke nach Fürth auf sich nehmen muss. Seit Januar ist er in Buchschwabach bei Werba Plast tätig, einer kleinen Firma, die Artikel für die Preisauszeichnung und Produktpräsentation in Supermärkten liefert.

Dort bearbeitet Truckenbrodt Lieferscheine, kommissioniert und verpackt selbstständig die verschiedenen Kunststoffartikel. Er ist ein voll integriertes Mitglied der elfköpfigen Belegschaft. Die kommt bestens mit ihrem neuen Kollegen zurecht und bescheinigt ihm, dass er nicht nur Humor hat, sondern auch pünktlich, zuverlässig und gewissenhaft seine Arbeit erledigt. „Er versteht alles und er kann alles“, sagt Produktionsleiter Ralf Müller.

Gefragt, was ihm selbst an seiner neuen Stelle am besten gefällt, antwortet er schüchtern und knapp, aber mit einem vielsagenden Lächeln: „Einfach alles.“ Die Motivation, sich auch außerhalb der Fürther Einrichtung beweisen und Neues kennenlernen zu wollen, ging dabei von ihm selbst aus. Nach einem viermonatigen Praktikum bei Werba Plast, war sowohl für Truckenbrodt als auch die Firma klar, dass die Chemie stimmt und dass beide Seiten auch in Sachen Fähigkeiten und Betriebsbedürfnisse übereinstimmen.

Stefan Ebert, Integrationsbegleiter bei den Dambacher Werkstätten, ist begeistert: „Es hat gepasst, wie die Faust aufs Auge.“ Das hat für ihn oberste Priorität, wenn er einen der neuen „Einzel-Außenarbeitsplätze“ vermittelt. Ebert ist auch dabei, wenn der Mitarbeiter eingearbeitet wird.

Wichtig an dem neuen Beschäftigungsmodell ist außerdem die „Sozialraumorientierung“, sprich die Einbindung ins bekannte Umfeld aus Wohnung und Freizeit. Im Mai 2011 wurde es eingeführt. Die behinderten Mitarbeiter bleiben aber weiterhin unter dem schützenden Dach der Dambacher Werkstätten angestellt. Ihre Wochenarbeitszeit beträgt 38,5 Stunden inklusive Pausen. Erst seit einigen Tagen ist auch ein zweiter Mitarbeiter vermittelt, acht weitere befinden sich derzeit im Praktikum als Hausmeisterhelfer, bei der Pflege von Grünanlagen und in Kindertagesstätten.

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