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Donnerstag, 17.10.2019

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Ein Stück Fürth in den Bergen

Hütte in den österreichischen Alpen ist für die Kleeblattstadt von besonderer Bedeutung - 10.10.2019 21:00 Uhr

Bald soll es in Fürth die Hollersbacher Straße geben (v.l.): OB Thomas Jung, Günter und Cornelia Steiner, Gabi und Hans Scheuerer, Markus Braun und Werner Hoffmann. © Thomas Scherer


Anlässlich des runden Geburtstags soll demnächst im Vacher Neubaugebiet unweit der Bushaltestelle Schönblick eine noch zu bauende Straße nach der 1200 Einwohner zählenden Gemeinde Hollersbach benannt werden. Das Straßenschild ist schon fertig. Um einiges länger dauerte im Jahre 1927 der Bau des Fürther Hauses. Rund zwei Jahre arbeiteten damals in Intervallen Fürther Handwerker, Alpenvereinsmitglieder und ehrenamtliche Helfer an der Unterkunft, die nicht nur komplett aus den Mitteln des deutschen Alpenvereins finanziert wurde, sondern auch bis heute im Besitz der Sektion Fürth mit ihren aktuell 5080 Mitgliedern ist.

"Alles musste hoch getragen werden, bei extrem schweren Materialien kamen Packesel zum Einsatz", sagt der amtierende 1. Vorsitzende, Werner Hoffmann. Materialseilbahnen oder Hubschrauber – Fehlanzeige. Seither steht die Hütte und trotzt den oft tückischen Wetterumschwüngen inmitten der Venedigergruppe im Herzen des Nationalparks Hohe Tauern. Ebenfalls Jubiläum feiert Hüttenwirt Hans Scheuerer mit Gattin Gabi. Ihnen obliegt seit genau 30 Jahren die Bewirtschaftung und Verköstigung der vielen Gäste.

"Rund 1600 Übernachtungen hatten wir in dieser Saison", sagt der 61-Jährige, der gelernter Tischler und staatlich geprüfter Skilehrer ist. Der Arbeitsalltag in den Monaten, in denen die Hütte geöffnet ist, von Juni bis Anfang Oktober, ist lang und zuweilen sehr anstrengend, erzählt er. Anlässlich des Hüttenjubiläums hat er jetzt zusammen mit dem Bürgermeisterehepaar von Hollersbach, Cornelia und Günter Steiner, Fürth besucht – samt der Kirchweih. Ebenfalls wegen des Jubiläums nahm heuer zudem eine Abordnung des Alpenvereins am Erntedank-Festzug teil.

Scheuerers Wecker läutet gewöhnlich gegen um 5 Uhr und erst gegen Mitternacht wird es ruhiger für den urigen Pinzgauer. Etwas anderes möchte er trotzdem nicht machen. Und seit ihm vor gut sieben Jahren Werner Hoffmann mit dem Virus des Bier-Brauens infiziert hat, geht er auch dieser Sache mit Leidenschaft nach. "Wir haben die höchstgelegene Brauerei Europas", witzelt Hoffmann. Etwas über 3000 Liter braute Scheuerer in diesem Jahr, sechs Sorten waren es. Selbstredend brachte die Delegation neben einer Kostprobe des Bieres auch selbst gebrannten Schnaps und hausgemachte Preiselbeermarmelade mit ins Rathaus. Fürths OB Thomas Jung und sein Stellvertreter Markus Braun sind erklärte Fans der Bergwelt rund um das Fürther Haus und bedankten sich mit hiesigen Spezialitäten und Frankenwein. Beide haben bereits mehrfach den rund sechsstündigen Anstieg von Hollersbach bis in die hochalpine Region hinter sich gebracht. Sie stehen damit in einer guten Tradition mit fast allen Fürther Stadtoberhäuptern.

Thomas Scherer

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