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Ein Wegweiser für Seukendorf

Neues Entwicklungskonzept gibt Empfehlungen - 16.07.2020 14:02 Uhr

Es muss nicht immer das Neubaugebiet sein: Auch in der Ortsmitte hat Seukendorf schmucke Ecken, die nicht selten darauf warten, von Neubürgern entdeckt zu werden.

© Foto: Hans-Joachim Winckler


Ausgangspunkt war ein Beschluss, den das Gremium bereits im Juli 2018 im Rahmen einer Klausurtagung gefasst hatte. Dabei war es um die Möglichkeiten und Voraussetzungen für eine erfolgreiche Innenentwicklung gegangen. Und die Stoßrichtung lautete: "Bei der zukünftigen städtebaulichen Entwicklung sollen vorhandene Innenentwicklungspotenziale möglichst vorrangig genutzt werden."

Die Verantwortlichen verständigten sich darauf, die Büros "Planwerk Stadtentwicklung Nürnberg" und "Topos team Hochbau-, Stadt- und Landschaftsplanung GmbH" mit der Erarbeitung eines entsprechenden Konzepts zu beauftragen. Deren Vertreter Gunter Schramm und Thomas Rosemann zogen nun in der jüngsten Gemeinderatssitzung ein Zwischenfazit und gaben einen Ausblick auf die ihrer Ansicht nach weiteren Schritte.

 

Schwer abzuschätzen

 

Die erste Erkenntnis, so die Fachleute: Mit den als Innenentwicklungspotenzial erfassten Flächen – zum Beispiel Baulücken, leerstehende Wohngebäude, geringfügig bebaute Grundstücke – könnte ein nennenswerter Anteil des zukünftigen Bedarfs an Bauflächen in der Gemeinde gedeckt werden. Allerdings müsse es gelingen, diese zu mobilisieren. Das heißt im Klartext: Die jeweiligen privaten Eigentümer müssten verkaufen. Ob es dazu kommt, sei jedoch schwer abschätzbar.

Die Planer haben in einer Vorausberechnung für die nächsten zehn Jahre einen Baulandbedarf zwischen 7,5 und 13 Hektar errechnet. Dem gegenüber steht ein ermitteltes theoretisches Innenentwicklungspotenzial von 17,6 Hektar Fläche – das teilweise aber nur eingeschränkt zum Wohnen geeignet sei. Darüber hinaus fallen 3,8 Hektar Baulücken weg, die bereits weitgehend vergeben sind. Eine wichtige Rolle können derzeit noch 2,5 Hektar landwirtschaftlich genutzte Grundstücke im Innenbereich spielen.

Und was kann die Gemeinde tun? Schramm und Rosemann wiesen darauf hin, dass vor einer Darstellung zusätzlicher Bauflächen im Flächennutzungsplan die Höhere Baubehörde eine Prüfung bestehender Entwicklungspotenziale und die Nutzung "mobilisierbarer Flächen im Innenbereich" fordere.

Darüber hinaus sollten die bestehende Siedlungs- und Wohnungsdichte in der Gemeinde verträglich erhöht und die Altorte von Seukendorf und Hiltmannsdorf lebendig gehalten werden. Sie schlagen der Gemeinde eine Reihe von Maßnahmen vor, die auf dem Weg zur Innenentwicklung berücksichtigt und unter Abwägung der öffentlichen der privaten Belange umgesetzt werden sollen. Beispielsweise werden der Aufbau und die Pflege einer Flächen-Datenbank empfohlen und – bei Bedarf – die Gesamtfortschreibung des Flächennutzungsplans oder die Änderung bestehender Bebauungspläne.

 

Abstimmung nötig

 

Weitere Vorschläge betreffen unter anderen die Beseitigung vorhandener Leerstände und die Errichtung von zusätzlichen Gebäuden auf gering bebauten Grundstücken. Aber: Alle Maßnahmen im Rahmen der Innenentwicklung könnten nur in Abstimmung mit den betroffenen Akteuren aus Politik und Verwaltung sowie mit den Grundstückseigentümern umgesetzt werden.

Aus den Reihen der Gemeinderäte wurde im Rahmen der angestrebten "aktiven Mitnahme" der Bevölkerung eine Informations- und Diskussionsveranstaltung vorgeschlagen. Kritisch wurde angemerkt, dass eine "konkrete Handlungsempfehlung im Sinne eines Fahrplans" noch fehle.

Eine Forderung lautete, den Gemeinderat nach außen "mit einer Stimme" sprechen zu lassen. Deshalb sei es sinnvoll, Vorbesprechungen in den Fraktionen zu führen und dann im Gemeinderat einen gemeinsamen Weg zu finden. Einstimmig nickten die Lokalpolitiker das Konzept schließlich ab. Es soll als Grundlage für die weitere städtebauliche Entwicklung der Gemeinde dienen.

Herbert Dröse

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