Donnerstag, 19.09.2019

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Eine fließende Treppe für Fisch & Co

Wasserwirtschaftsamt baut Umgehung an Wehren der Foerster- und Wolfsgrubermühle - 26.09.2007

Bagger in der Rednitz-Wiese: Sie heben derzeit auf Höhe der Kursana-Residenz einen Bach aus und erweitern den Scherbsgraben. So entsteht eine Fischtreppe, über die Wasserlebewesen das Wehr umgehen können. © André De Geare


Die menschengemachten Barrieren sind unüberwindlich. Mannshoch fallen Rednitz und Pegnitz an den Wehren nach unten - und lassen Fischen und Kleinlebewesen keine Chance, stromaufwärts zu siedeln. Im Sinne der ökologischen Vielfalt wäre das jedoch wünschenswert - und wird bald durch so genannte «Umgehungsgerinne» ermöglicht.

Auf einer Länge von etwa 600 Metern wird oberhalb des Wehrs an der Foerstermühle an der Kursana-Residenz ein Graben gezogen, der weiter unten in den mäandernden Scherbsgraben mündet. 600 Liter Wasser pro Sekunde sollen laut Wasserwirtschaftsamt eingeleitet werden - die Hälfte der Menge, die die Bibert führt. Dazu müsse der Scherbsgraben, sagt Amtsleiter Josef Keckl, auf ganzer Länge erweitert werden. Breiterer Lauf, mehr Kurven.

Baustelle zwei ist an der Wolfsgrubermühle. Auch hier wird oberhalb des Wehres - ungefähr dort, wo im November der Jubiläumswald der Stadt nahe dem Karlsteg gepflanzt werden soll - ein Graben gezogen. Er mündet in den Poppenreuther Landgraben und ist Teil einer umfassenden Renaturierungsmaßnahme.

Naturnaher Rückbau

Rückblick: Nach dem aufwändigen naturnahen Rückbau der Pegnitz, die in den 60er Jahren kanalisiert worden war, kam im vergangenen Jahr der Poppenreuther Landgraben dran. Der Bach, der vier Jahrzehnte lang zwischen Gittersteinen und Betonplatten eingezwängt war, schlängelt sich seit Jahresende wieder im alten Bett. Bald führt er auch Pegnitzwasser - und die Wasserlebewesen bergauf.

Aber woher wissen eigentlich die Fische, wo sie hin müssen? Ganz simpel: Sie orientieren sich an der «Lockströmung» und schwimmen zur Laichzeit gegen den Strom. In die beiden Gräben, die in den nächsten Wochen angelegt werden, versenken die Bauarbeiter zudem «Störsteine». Sie verlangsamen als natürliche Staustufen den Lauf des Wasser und bilden damit Ruhezonen für Fisch & Co.

Ein kleiner Wermutstropfen trübt den ökologischen Gewinn: Rund um die Ausleitung muss das Ufergehölz an der Rednitz ausgedünnt und am Einlauf des Poppenreuther Grabens einige Bäume gefällt werden. 

Gabi Pfeiffer

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