Donnerstag, 19.09.2019

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Endlich: Fester Standort für Wochenmarkt

Stadt und Händler finden Kompromiss, der eine Rückkehr zum Bahnhofplatz ermöglicht - 11.01.2013 09:00 Uhr

Dieses Bild gehört schon bald der Vergangenheit an: Die Breitscheidstraße wird von den Händlern nicht mehr als Quartier benötigt. © Günter Distler


Wie berichtet, hatte die Standortfrage für reichlich Ärger gesorgt. In den vergangenen Jahren pendelten die Marktkaufleute zwischen Bahnhofplatz, der Freiheit, dem Areal um den Paradiesbrunnen und dem Gehsteig entlang der Breitscheidstraße.

Ihren eigentlichen Hauptstandort, die Freiheit, mussten sie immer wieder verlassen, wenn der große Platz für Feste wie die Kirchweih, das Fürth Festival oder den Weihnachtsmarkt benötigt wurde. Zuletzt hatten sie daher Gefallen am Bahnhofplatz gefunden – und wollten gar nicht mehr weg.

Doch eine Begehung seitens verschiedener Behörden im Sommer ergab, dass die Aufstellung der Stände die Sicherheit gefährde. So würden im Notfall Rettungswagen behindert, Fluchtwege seien verstellt, herumliegende Kabel entpuppten sich als Stolperfallen, und es gebe zu wenig Platz rund um die U-Bahn-Ausgänge sowie die Aufzüge.

Unlängst kamen Vertreter der Stadt und die Händler zu einer Beschickerversammlung zusammen – und fanden eine Lösung, um doch noch den Bahnhofplatz als festen Standort zu sichern. Die Marktkaufleute schlugen vor, ihre Stände zu verkleinern, die Stadt wiederum willigte ein, drei Fahnenmasten zu entfernen, die laut Wirtschaftsreferent Horst Müller ohnehin nur zur Kärwazeit beflaggt würden. Dadurch können die Stände anders angeordnet werden, Passanten haben mehr Platz.

Obst- und Gemüsehändler Hüseyin Bulut jedenfalls ist begeistert. Auf dem Bahnhofplatz gebe es einfach mehr Laufkundschaft als auf der Freiheit oder am derzeitigen Standort entlang der Breitscheidstraße. Noch diesen Samstag wollen die Händler dort die Zelte abbrechen, um schon am Montag die Kunden auf dem Bahnhofplatz bedienen zu können – und das für mindestens zwei Jahre.

So lange nämlich soll der Bau des neuen Einkaufsschwerpunkts links und rechts der Breitscheidstraße dauern. Ist dieser abgeschlossen, werden die Karten neu gemischt. „Wir wollen die Zeit nutzen, um die Kosten für einen festen Standort des Marktes rund um den Fontänenbrunnen in der Adenaueranlage zu eruieren“, sagt Horst Müller, der diesen Gedanken noch keinesfalls begraben will.

Doch bis dahin bleibt viel Zeit. Müller ist erst einmal froh, den „Schauplatz Wochenmarkt befriedet“ zu haben. Der Bahnhofplatz sei für die Händler die beste Lösung – und damit auch für die Stadt. Das Marktamt werde das neue Konzept den Stadträten bald in zwei Ausschusssitzungen präsentieren.

Für die gefundene Lösung ist Müller bereit, eine Kröte zu schlucken: Die Fürther Freiheit wird ohne den Wochenmarkt dauerhaft zur Pflasterwüste, wenn sie nicht gerade von einer Veranstaltung belegt ist. „Das ist sicherlich nicht schön“, sagt Müller, findet aber auch hier etwas Gutes: Er geht nach wie vor davon aus, dass während des Baus der Neuen Mitte ein Teil der Freiheit zur Friedrichstraße hin für die sogenannte Baustelleneinrichtung benötigt wird. In diesem Fall könnte man den hinteren Teil des Areals als Parkplatz freigeben und damit den Einzelhändlern unter die Arme greifen.

Diese Überlegungen müssen Hüseyin Bulut und seine Kollegen nicht mehr beschäftigen. Er ist froh, auf den lebendigeren Bahnhofplatz zurückzukehren – möglichst weit weg von der nahenden Baustelle. Ein letzter Umzug, dann ist es geschafft. Die neue Anordnung der Stände lobt er in den höchsten Tönen und verspricht: „Das wird sehr schön aussehen.“

  

Johannes Alles

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