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Erneut Anschlag auf Auto von Neonazi-Gegnern

Reifen zerstochen: Sprecherin des Fürther Bündnisses gegen Rechts wird wieder zur Zielscheibe - 09.01.2012 16:30 Uhr

Im Dezember hat das Bündnis gegen Rechstextremismus und Rassismus in der Fußgängerzone an einer Kundgebung gegen Neonazis teilgenommen. © Linke


Ein politischer Hintergrund der Tat sei nicht auszuschließen, sagte ein Polizeisprecher auf Nachfrage der Fürther Nachrichten, allerdings werde in alle Richtungen ermittelt. Am Vormittag war die Spurensicherung vor Ort, die Ermittlungen hat das Staatsschutz-Kommissariat der Fürther Kripo übernommen. Der Sachschaden an dem Auto beläuft sich nach Angaben der Polizei auf 200 Euro. Zeugen, die etwas Verdächtiges beobachtet haben, werden gebeten, sich unter Tel. 2112-3333 zu melden.

Für Ruth Brenner besteht kein Zweifel, dass es sich um einen Racheakt von Neonazis handelt. "Das Auto stand auf einem größeren Parkplatz und wurde gezielt ausgesucht."

Bereits 2008 wurde die Familie zwei Mal zum Ziel von Rechtsradikalen. Dabei wurde das Haus mit einschlägigen Parolen beschmiert, das Türschloss verklebt, der Wagen mit weißem Lack überzogen, die Reifen wurden zerstochen.

In einer Pressemitteilung weist das Bündnis gegen Rechtsextremismus darauf hin, dass der Anschlag auf Brenners Auto der vierte Anschlag von Neonazis in der Region binnen sechs Wochen sei. Nach dem Brandanschlag auf ein Auto in Fürth wurden in Nürnberg die Scheiben des Treffpunkts Komm e. V. eingeschlagen. Am Tag vor Silvester haben Unbekannte das Auto des engagierten Neonazi-Gegners Michael Helmbrecht in Weißenohe demoliert (wir berichteten). Er ist Vorsitzender der Allianz gegen Rechtsextremismus in der Metropolregion und war langjähriger Sprecher des Gräfenberger Bürgerforums.

Noch keinen Tatverdächtigen hat die Fürther Polizei im Zusammenhang mit dem Brandanschlag auf das Auto Ende November. Der Täter hatte Grillanzünder auf den rechten Vorderreifen gelegt. Die Polizei rief damals eine Ermittlungskommission ins Leben. "Wir haben noch keine Hinweise auf einen Tatverdächtigen, aber wir ermitteln mit Hochdruck weiter", sagt Polizeisprecher Bert Rauenbusch.

Claudia Ziob

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