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Dienstag, 13.04.2021

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Ersetzt ein Biergarten im Landkreis Fürth die Kirchweih?

In Wilhermsdorf und Obermichelbach denken die Gemeinderäte über Alternativen für die Feste nach - 14.03.2021 21:00 Uhr

Ohne Maske und Abstand im Bierzelt – das war nicht 2020, sondern bei der Wilhermsdorfer Pfingstkärwa 2019: Ob (v. li.) Landrat Matthias Dießl, Brauereichef Georg Hofmann, Bürgermeister Uwe Emmert und Ortsburschen-Vorsitzender Maxi Vieröther sich heuer in irgendeiner Form zuprosten können, steht in den Sternen.

12.03.2021 © Foto: Heinz Wraneschitz


Was Nürnberg kann, das ist vielleicht auch im Landkreis möglich. Dort laufen bekanntlich Planungen für einen Ersatz des abgesagten Frühlings-Volksfests. Bei einem Spitzengespräch im Nürnberger Rathaus ging es am vergangenen Dienstag um mögliche Alternativen. Gedacht ist unter anderem an "temporäre Freizeitparks".

Der Süddeutsche Schaustellerverband hat ein Konzept von "Pop-up-Freizeitparks" entwickelt und dabei sämtliche Infektionsschutzvorgaben der jeweiligen Länder berücksichtigt. Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König will sich beim Freistaat für einen temporären Freizeitpark auf dem Volksfestplatz einsetzen. Schließlich brauchen alle Seiten Planungssicherheit.

Die Kärwa-Sehnsucht ist groß – auch im Cadolzburger Ortsteil Egersdorf. Noch ist unklar, ob und wie heuer gefeiert wird.

12.03.2021 © Foto: privat


Auch das größte Fest in Wilhermsdorf, die Pfingstkirchweih, findet heuer definitiv nicht statt. Das heißt: Kein Bierzelt, kein Bullriding, keine Dönerbude, keine Pizza, keine Bierprobe, kein Festzug, kein Aufstellen des Kärwabaums, kein Markt mit Verkaufsständen. Doch Bürgermeister Uwe Emmert (CSU) informierte nun den Verwaltungsausschuss des Gemeinderats über "Gespräche mit Vertretern der Schausteller und dem Festwirt über Alternativen".

Und darum geht es: In der Mitte des Festplatzes soll ein Biergarten für etwa 300 Gäste eingerichtet werden, damit es "ein Rest-Kärwafeeling geben kann", so Emmert. "Alle Schausteller, die seit Jahrzehnten bei uns sind, sollen dabei sein können."

Kinderkarussell, Autoscooter, Bungeejumping sind unter anderem geplant. Überlegt, so der Bürgermeister, werde auch, an den Geschäften eine "Einbahnregelung" vorzuschreiben. Um die Zugangsbeschränkungen durchzusetzen, sei jedoch mehr Security-Personal nötig. Das Geld dafür stehe durch den Wegfall des Feuerwerks zumindest zur Verfügung.

Bedenken gab es im Ausschuss allerdings von allen Seiten: Auf einer Kirchweih passen Bierseligkeit und Vernunft nicht zusammen.

Oder: An den drei Eingängen könnten sich lange Schlangen bilden, wodurch der übliche Corona-Abstand von eineinhalb Metern nicht eingehalten würde.

Entscheidung Ende April

Am Ende waren sich aber alle wenigstens bei einer Sache einig: Über die Durchführung soll endgültig erst Ende April entschieden werden, also etwa drei Wochen vor Pfingsten.

"Wenn sich bis dahin nur zwei Haushalte treffen dürfen, müssen wir das Fest auf jeden Fall wieder streichen", nannte Emmert ein wichtiges, durch die Pandemie diktiertes Kriterium.

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Groß gefeiert wird auch in Obermichelbach nicht. Doch hier wollen die Gemeinderäte ebenfalls etwas in petto haben – vorausgesetzt, das Infektionsgeschehen würde dies zulassen, hieß es während der jüngsten Gemeinderatssitzung.

"Wir wollen unseren Festwirt und die Schausteller unterstützen, falls möglich und mit den jeweils aktuellen Inzidenzwerten vereinbar", sagte Rathauschef Bernd Zimmermann (CSU) und betonte, dass der Schutz vor Ansteckungen stets oberste Priorität habe.

Gute Hygienekonzepte

Momentan werde darüber nachgedacht, eine Art Biergartenfest zu veranstalten. Dazu sei man mit dem Festwirt und Schaustellern im Gespräch. Und die hätten bereits gute Hygienekonzepte ausgearbeitet, die bei weiterhin niedrigen Inzidenzen umsetzbar wären, so der Bürgermeister.


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Aber: "Entscheidend sind die Zahlen. Deswegen werden wir erst kurzfristig über eine mögliche Veranstaltung entscheiden. Alles andere wäre nur ins Blaue hinein geplant", sagte Zimmermann und hoffte zugleich, den Bürgern diesen Lichtblick irgendwann bieten zu können.

HEINZ WRANESCHITZ UND NINA DAEBEL

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