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Erzbistum drängt Fürther Pfarrer: Gottesdienste finden nun doch statt

Wegen Corona hatte Fürths Dekan André Hermany die Messen abgesagt - 18.12.2020 18:45 Uhr

Die Messen in St. Otto in Cadolzburg finden auf  "ausdrücklichen Wunsch" des Erzbistums Bamberg nun doch statt.

17.12.2020 © NN


Anfang der Woche hatte Hermany für einen "Lockdown aller Gottesdienste" plädiert. Dann beschloss er, zumindest in den drei Gemeinden, in denen er Pfarrer ist, bis 11. Januar auf Präsenzgottesdienste zu verzichten. In den übrigen Gemeinden sollten sie stattfinden. Die Meinungen im Dekanat zu dem Thema gingen auseinander, erklärte Hermany, der für seine Haltung auch in sozialen Medien viel Zustimmung bekam.

Nachdem sich der Generalvikar aus Bamberg bei ihm gemeldet hat, vollzieht er eine Kehrtwende: Er werde nun doch Messen in St. Otto in Cadolzburg abhalten, das sei der "ausdrückliche Wunsch" des Bistums, so Hermany. Als Priester habe er bei seiner Weihe Ehrfurcht und Gehorsam gegenüber dem Bischof versprochen. Daran fühle er sich gebunden. Das sei nicht anders als ein Trauversprechen.


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Dem Wunsch also werde er nachkommen, so Hermany nach dem "langen, guten" Gespräch mit dem Generalvikar. Auch wenn er selbst kein gutes Gefühl beim Gedanken daran hat, dass sich Menschen versammeln.

Auf Nachfrage äußert sich die Pressestelle des Erzbistums zum Anruf in Cadolzburg wie folgt: "Es soll jeder Gläubige die Freiheit haben zu entscheiden, ob er an einem Gottesdienst in der Kirche oder zu Hause über die Medien teilnehmen möchte. Für eine generelle Absage aller Gottesdienste während des Lockdowns besteht derzeit keine Notwendigkeit." In der Angelegenheit habe ein Gespräch stattgefunden. Man halte sich an die mit der Staatsregierung vereinbarten Regelungen. Demnach seien Messen unter Einhaltung strenger Hygienekonzepte möglich. "Wir haben aber Verständnis für jeden, der in der jetzigen Situation auf den Gottesdienstbesuch in der Kirche verzichtet."

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Bundesweit haben bereits etliche evangelische Pfarreien ihre Weihnachtsgottesdienste abgesagt. Weil Schwabach auf eine Sieben-Tage-Inzidenz von 400 zusteuert, werden dort in den größten katholischen und evangelischen Gemeinden auf dringende Bitte der Stadtspitze keine Gottesdienste an Heiligabend, Silvester und Neujahr stattfinden. Schwabach gehört zum Bistum Eichstätt. Grundsätzlich aber zeigt das Erzbistum Bamberg Verständnis für eine solche Entscheidung: "Wenn die Behörden vor Ort aufgrund des lokalen Infektionsgeschehens weitergehende Maßnahmen für notwendig halten, als landesweit vorgeschrieben sind, dann sollten die eingehalten werden."

Der Artikel wurde um 22.20 Uhr aktualisiert und ergänzt.


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czi/bga

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