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Es geht los: Hardhöhe hat jetzt einen interkulturellen Garten

Erste Pflanzen wachsen - Urban Gardening wird in Fürth sehr gut angenommen - 23.04.2019 18:00 Uhr

Evi und Laura Polster (v. li.) bepflanzen zusammen mit Sabrina Cornejo und Pedro Simoes eines der 22 Hochbeete vor den Hochhäusern an der Voltastraße. Ihre Gartenutensilien können sie im gemeinsamen Gerätehaus im Hintergrund aufbewahren.


Zwischen wuchtigen Wohnblöcken auf der Hardhöhe entwickelt sich eine grüne Oase. Der neue Interkulturelle Garten zwischen Volta- und Gaußstraße ist an Ostern zum Leben erwacht. 14 der 22 Hochbeete sind bereits in festen Händen. Die ersten Gartenfreunde haben schon mit dem Bepflanzen begonnen.

Das Vorbild des 2007 eröffneten Stadtgartens an der Uferpromenade macht Schule. Auch auf der Hardhöhe können Menschen eines Wohnquartiers ohne eigene Gärten nun nach Herzenslust Früchte und Gemüse anbauen. Urban Gardening heißt das Zauberwort. Weniger streng reglementiert und viel überschaubarer als eine Kleingartenkolonie wird das Gärtnern zum Gemeingut.

Dass in dem eingezäunten 1500 Quadratmeter großen Grünzug auf der Hardhöhe noch Wasser- und Stromanschluss fehlen, kann den Elan der Pioniere nicht bremsen. Für den Anfang reicht die Ausstattung allemal. Die jeweils 4,5 Quadratmeter großen Hochbeete sind randvoll mit Planzerde gefüllt. Im hölzernen Gerätehaus können alle Utensilien sicher verstaut werden. Eine öffentliche Toilette hat die Stadt in der Nähe an der Soldnerstraße aufgestellt.

Sabrina Cornejo und Pedro Simoes sind dabei Tomatensamen in Streifen besonders guter Pflanzerde zu versenken. Auch Rote Rüben und Zucchini sollen hier bald wachsen. Zur Pflanzaktion haben sie alles mitgebracht, auch Wasser und Schaufel. Eigentlich hätten sie lieber ein Beet an der Uferpromenade, weil das näher bei ihrer Wohnung in der Blumenstraße liegt; doch bei den 35 Pflanzzonen dort gibt es kaum Wechsel. Da kam ihnen der neue Garten auf der Hardhöhe gerade recht. Mit dem Fahrrad sind sie schnell hier.

Mit Evi und Laura Polster, die nebenan runde Karotten, Kapuzinerkresse, Kohlrabi, Ruccola und Lauchzwiebeln anpflanzen, haben sie sich schon angefreundet. Gegenseitig kann man sich Tipps geben, was gut gedeiht und wie es prächtig wächst. Die Hochbeete erleichtern nicht nur die Arbeit, sie waren auch nötig, weil das Problem der Bodenbelastung aus Zeiten der Flugplatznutzung des Geländes dem Anbau essbarer Pflanzen im Weg stand. An der Uferpromenade hat man eine ähnliche Situation mit dem Einbau einer speziellen Trennfolie im Boden unter der Pflanzschicht gelöst.

Einweihung Ende Mai

Der Rasen ist angesät, der zentrale Weg muss noch gepflastert werden. Ende Mai, wenn alle Restarbeiten erledigt sind, soll Einweihung gefeiert werden. Bis dahin hält Helga Balletta, die Vorsitzende des Vereins der Interkulturellen Gärten, noch einige Hochbeete für Interessenten frei. Zwei der Pflanztröge sind zudem als Gemeinschaftsbeete vorgesehen. Das soll die soziale Struktur auflockern.

Ohnehin ist die grüne Oase ein Ort der Begegnung und kein Revier für Eigenbrötler. 120.000 Euro hat sich die Stadt das Projekt zur Verbesserung des Wohnklimas auf der dicht besiedelten Hardhöhe kosten lassen. 10.000 spendete der Lions Club, weshalb die Anlage nun den Namen Lions-Garten trägt.

Auch ohne Zaun und fest vergebene Beete macht Urban Gardening in Fürth Boden gut. Sehr gut angenommen werden nach Helga Ballettas Worten die frei zugänglichen Hochbeete in der Friedensanlage an der Rednitz. Dass hier nichts verwahrlost, dafür sorgen einige Hobbygärtner. Vor dem Garten an der Uferpromenade werden jetzt zwei sogenannte Naschbeete zur Selbstbedienung aufgestellt.

Weitere öffentliche Pflanzzonen gibt es im Hof der Volkshochschule in der Hirschenstraße, bei der Volksbücherei in der Fronmüllerstraße und an der Heilig-Geist-Kirche auf der Hardhöhe. Außerdem werden noch Hochbeete an der Humanistischen Schule angelegt. Wer solche Beete betreuen will, kann sich jederzeit beim Interkulturellen Gartenverein (E-Mail: ikgfuerth@gmail.com) melden. Auch über Vorschläge für neue Standorte freuen sich Helga Balletta und ihre Mitstreiter. Sie sollten gut zugänglich sein und möglichst eine Wasserversorgung in der Nähe haben.

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