Neubau auf dem Möbelhaus-Areal

Ex-Höffner: Markantes Hochhaus am Frankenschnellweg geplant

7.5.2021, 13:15 Uhr
Noch flankieren die einstigen Höffner-Gebäude an der Autobahnabfahrt Fürth-Ronhof den Frankenschnellweg. Doch das soll sich ändern.

Noch flankieren die einstigen Höffner-Gebäude an der Autobahnabfahrt Fürth-Ronhof den Frankenschnellweg. Doch das soll sich ändern. © Foto: Hans-Joachim Winckler

"Ich sehe Wohlwollen", stellte Oberbürgermeister Thomas Jung nach einem Blick in die Runde der Stadträte fest, ehe er die übliche Frage aufwarf: "Gegenstimmen?" Nein, keine Hand schnellte nach oben.

Zwischen Ronhof und Kronach wurden viele Jahre Möbel verkauft, zunächst im Franken Wohnland, später bei Möbel Höffner, ehe die dann schon leerstehenden Gebäude 2015 zur Unterkunft für Asylbewerber umfunktioniert wurden. Zu Beginn der Pandemie diente das Areal schließlich als Drive-Through-Station für Corona-Tests.

Doch die Zeit der Provisorien ist vorbei. Die Bayerisches Immobilien Kontor GmbH (Bayiko) mit Sitz in Nürnberg schickt sich an, zwischen A 73 und Seeackerstraße Raum für Büros und Wohnen zu schaffen. Mit der Entkernung der ausrangierten Gebäude wurde schon begonnen. Pläne für die Nachfolge-Immobilien gibt es schon länger, nun aber liegt ein Entwurf vor, der auf breite Zustimmung stößt.

Ein Gewerberiegel mit einem bis zu zwölf Geschossen umfassenden Eckturm soll entlang der Stadtautobahn entstehen.

Ein Gewerberiegel mit einem bis zu zwölf Geschossen umfassenden Eckturm soll entlang der Stadtautobahn entstehen. © Entwurf: Bayiko/querwärts Architekten

Bayiko plant einen mächtigen Gewerberiegel mit einer Kinderbetreuungseinrichtung und einem besonders hohen, zwölfstöckigen Eckturm direkt an der Autobahn. Dieser Komplex soll die dahinter liegenden Wohngebäude wie ein Schutzschild gegen den Lärm vorbeirauschender Fahrzeuge abschirmen.

160 Wohnungen verteilen sich auf vier Häuser, die etwas Abstand zum Gewerbetrakt halten. So entsteht Raum für eine Freifläche, die begrünt werden soll. Erschlossen wird das Viertel wie schon das Höffner-Gelände über die Seeackerstraße – durch eine Einbahnstraße, die im Norden an das Ronhofer Wäldchen grenzt.

Ein Hochhaus, das jeder kennen wird

Schon der Baukunstbeirat fand, wie es aus dem Stadtplanungsamt heißt, Gefallen am Konzept mit einem hoch aufragenden, markanten Eckgebäude, das Bezug nimmt auf zwölfgeschossige Wohnhäuser, die sich auf der anderen Seite des Frankenschnellwegs befinden. Und so war es nun auch im Bauausschuss.

follow tower draufsicht

follow tower draufsicht © Entwurf: Bayiko/querwärts Architekten

Baureferentin Christine Lippert erklärte, der Turm wäre "eines der höchsten Gebäude, die wir in Fürth haben". Und an diesem Ort dürfe es "durchaus mal was sehr Hohes sein".

So sieht das auch der OB: "Das ist eine der wenigen Stellen in Fürth, wo man mal dominant bauen kann." Das Gebäude werde "jeder im Großraum kennen". Maximilian Ammon (CSU) hält den Mix aus Gewerbe und Wohnen für gelungen. Und angesichts der Raumknappheit, so befand er, solle man in die Höhe bauen, wo sich das – wie hier – anbietet.

Vorgabe für sozialen Wohnungsbau gelockert

Bevor das Gremium zur Abstimmung kam, drängte der OB auf Wunsch des Bauherrn aber noch auf eine Korrektur. Demnach sollen nicht, wie es bisher hieß, 20 Prozent der Wohnbaufläche sozial Schwächeren vorbehalten sein, sondern nur "zehn bis 20 Prozent".

Mit dem Argument, die Stadt habe vom Voreigentümer, der P & P-Gruppe, ursprünglich entweder eine Kindertagesstätte oder sozialen Wohnungsbau verlangt, und dem Hinweis, Bayiko setze jetzt beides um, sei "guten Willens", möchte hier aber doch "keine zwingende Bindung", warb Jung für ein Entgegenkommen. Mit Erfolg.

Der Ausschuss winkte den Bebauungsplanentwurf ohne Gegenstimme durch. Er bildet nun die Basis für alle weiteren Schritte in einem zwar vereinfachten, aber doch komplexen Verfahren, das unter anderem noch Lärmschutznachweise und eine Beteiligung der Öffentlichkeit verlangt.

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