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Experte: So beugen Sie mit Ernährung Depressionen vor

Das Erkrankungsrisiko lässt sich mit den richtigen Lebensmitteln senken - 06.04.2020 11:39 Uhr

Ingwer, Kurkuma, Orangen und Zitronen: Mehr braucht es nicht für einen gesunden „Ingwer-Shot“. Ein Schnapsglas davon kann, täglich genossen, die Abwehrkräfte stärken. Dass das auch noch schmackhaft ist, möchte Ökotrophologin Jana Lechler vermitteln. © Foto: Hans-Joachim Winckler


Moses Maimonides war seiner Zeit lange voraus. Wusste der Arzt und Philosoph, der im 12. Jahrhundert in Marokko lebte, in Sachen Ernährung doch damals schon alles, was auch in der modernen Zeit noch gültig ist.

Etwa, dass man nur essen sollte, wenn man hungrig ist. Und dass Vollkorn- dem Weißmehl vorzuziehen ist. Doch selbst heute in unserer aufgeklärten Zeit werden Ratschläge wie die von Maimonides nicht immer umgesetzt.

Übergewicht fördert die Erkrankung an einer Depression

Die Hälfte der Deutschen, so die Statistik, ist zu dick. Krankheiten wie Depressionen wird dadurch Vorschub geleistet. Dabei kann man, das belegen einige Forschungen der jüngsten Zeit, mit der richtigen Ernährung bestimmten Leiden sogar vorbeugen – auch psychischen Erkrankungen. Darüber referierte Prof. Dr. Thomas Kraus Ende Februar im gut besuchten Kleinen Saal des Kulturforums in der Fachreihe "Präventionsgespräche".

Der Chefarzt der psychiatrischen Bezirksklinik Engelthal hatte dazu etliche Beispiele, Anregungen und neue Erkenntnisse dabei. Etwa, dass eine Kost aus Gemüse, Obst, Nüssen, wenig Fleisch und verarbeiteten Nahrungsmitteln ein geringeres Risiko birgt, an Depressionen zu erkranken.

Depression vorbeugen: Darum ist Bewegung an der frischen Luft so wichtig

Auch Bewegung im Freien ist empfehlenswert, füllt der Körper doch so sein Vitamin-D-Depot auf, was wiederum stimmungsaufhellend ist. Intervallfasten, mit bewussten Essenspausen, kann ebenso antidepressiv wirken. Wer es darüber hinaus schafft, schlechte Gewohnheiten wie übermäßigen Zuckerkonsum zu drosseln, kann auf lange Sicht Heißhungerattacken auf Süßes stoppen.


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Weil solche Ratschläge mitunter nicht ganz leicht umsetzbar sind, gab es nach dem Vortrag des Mediziners noch praktische Tipps einer Ökotrophologin. Jana Lechler empfiehlt, sich dem größeren Ziel in kleinen Schritten anzunähern.

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Wer zum Beispiel den Aufwand scheut, Berge von Gemüse klein zu schnippeln, könne auch auf Tiefkühlware zurückgreifen. Diese sei immer noch besser als Dosenkost, so die Ernährungsberaterin. Wem die Inspiration zum Kochen fehlt, wird im Internet fündig, und Geschmack lässt sich antrainieren – auch wenn das etwas dauert.

Kostenlose Termine zur Prävention gegen Depression

Auf das Tandem von Theorie und Praxis bei den Präventionsgesprächen zum Thema Ernährung setzt auch Eva Göttlein. Sie ist mit ihrer Projektagentur für die Gesundheitsregion Fürth zuständig. In deren Rahmen fallen die geplanten acht kostenlosen Termine der Reihe, die von der Techniker Krankenkasse unterstützt werden. Derzeit ist die Veranstaltungsreihe aufgrund der Corona-Krise ausgesetzt. 

Nachdem vergangenes Jahr die seelische Gesundheit und heuer die Ernährung im Mittelpunkt steht, soll es im kommenden Jahr um Kindergesundheit gehen.

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Wichtig ist Göttlein, dass das Angebot möglichst niederschwellig ist. "Deshalb bin ich froh, dass die Veranstaltungen im Kulturforum und nicht etwa in einer Klinik stattfinden." Bevor die Zuhörer der Vorträge nach Hause gingen, durften sie sich einen Eindruck davon verschaffen, wie schmackhaft gesunde Ernährung sein kann.

Aus Ingwer, Orange, Zitrone und Kurkuma bereitete Lechler einen Vitamindrink, der die Immunkräfte stärken soll. Wer täglich ein Schnapsglas davon trinkt, unterstützt damit seine Abwehrkräfte.


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GWENDOLYN KUHN

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