Mittwoch, 13.11.2019

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Fablab Nürnberg: Die Tüftler sind jetzt in Fürth daheim

Neues Quartier in der Südstadt — An Samstagen ist die Tür für alle auf - 25.02.2019 16:00 Uhr

Der kontaktscheue Technikfreak ist fehl am Platz, den Fablab-Machern geht es auch um die Gemeinschaft. © Foto: Hans-Joachim Winckler


Der kontaktscheue Technikfreak ist hier fehl am Platz. Das stellen Michael Mosburger und Ian Hubbertz aus dem Vereinsvorstand klar. "Die Gemeinschaft ist uns wichtig", betont Mosburger, "hier läuft es nicht so wie in einem Fitnessstudio, wo man als Mitglied die Geräte nutzen kann, sonst aber nichts weiter damit zu tun hat." Eine gewisse Neugier – nicht nur der Technik gegenüber – und Weltoffenheit müsse schon sein.

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Wer das mitbringt, derzeit hat der 2011 gegründete Verein 180 Mitglieder, der kann neben moderner technischer Ausstattung auch auf eine gelebte Gemeinschaft zählen. Fablabs gibt es weltweit. Die offenen Werkstätten haben das Ziel, Privatleuten den Zugang zu Produktionsmitteln und modernen industriellen Produktionsverfahren für Einzelstücke zu ermöglichen.

Das hiesige Fablab stand dabei zuletzt vor einer ungewissen Zukunft. Seit 2012 hatte es seine Heimat "auf AEG" in Nürnberg-Muggenhof und musste dort nun ausziehen, weil das Areal anderweitig genutzt werden soll. Über entsprechende Medienberichte wurde der Eigentümer des ehemaligen Barthelmes-Areals im Gewerbegebiet Fürth-Süd auf den Verein und seine Nöte aufmerksam und vermietete ihm das dritte Stockwerk. Für den Vereinsvorsitzenden Mosburger "ein glücklicher Zufall" und eine Chance, die die Mitglieder gerne ergriffen. Denn in Nürnberg würden für vergleichbare Flächen Mietpreise "jenseits von Gut und Böse" verlangt.

Mit viel Eigenleistung und Investitionen in Höhe von rund 45 000 Euro haben sich der Verein und seine Mitglieder in den vergangenen Monaten auf 400 Quadratmetern nun ein neues Zuhause geschafft. Es finden sich hier Werkstätten für die Bearbeitung unterschiedlicher Werkstoffe, ein Vortragsraum, Küche und Lager. Am Samstag konnte sich erstmals die Öffentlichkeit ein Bild davon machen und sehen, was die Technikbegeisterten aus der Region so draufhaben.

Nachbau einer der ältesten Rechenmaschinen

So wie Jürgen Weigert etwa, der seinen Nachbau einer der ältesten Rechenmaschinen vorstellte. Erdacht und konstruiert hatte die einst im 17. Jahrhundert der Tübinger Professor Wilhelm Schickard. Weil aber auch deren Repliken aus den 1960er Jahren in Museen nur hinter Glas stehen, wollte Weigert die Maschine nachbauen, "damit man sie auch anfassen und benutzen kann."

Dank der Ausstattung des Fablabs läuft Schickards "Rechenuhr" Baujahr 2018 nun wieder und kann sechsstellige Zahlen addieren, subtrahieren und multiplizieren. Weigerts Nachbau mit seinen vielen Zahnrädern und Schiebern besteht fast komplett aus Holz. Das erleichtere das Herstellen von Ersatzteilen. "Mit dem Laser-Schneider kann ich alles einfach, schnell und präzise herstellen", erzählt der im Hauptberuf als Software-Entwickler tätige Nürnberger, "alles, was ich brauche, ist eine präzise Zeichnung."

Wer das Fablab und die Menschen dahinter einmal näher kennenlernen möchte, hat dafür fast jeden Samstag (Ausnahme nächste Woche, 2. März) von 15 bis 21 Uhr beim openLab Gelegenheit. Für Kinder gibt es freitagnachmittags das KidsLab.

Näheres unter http://www.fablab-nuernberg.de

Armin Leberzammer

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