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Sonntag, 16.06.2019

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Fast zwölf Millionen für Oberasbachs Sporthalle

Überarbeiteter Vorentwurf fand Zustimmung sämtlicher Stadträte - 13.06.2019 14:30 Uhr

Hier entsteht die neue Oberasbacher Dreifachhalle. Der D-Platz muss dafür verlegt werden, allein das kostet über eine Million Euro.


Die neue Dreifachsporthalle an der Jahnstraße, natürlich wollen sie jetzt alle im Stadtrat vertretenen Fraktionen. Vor vielen Jahren war das einmal ganz anders. Zur Erinnerung: Im November 2006 hatte eine Allianz aus CSU, Freien Wählern und Grünen mit der denkbar knappsten Mehrheit von einer Stimme einen gemeinsam von SPD und FDP/FOB eingebrachten Antrag auf den Bau einer solchen Sportstätte gekippt. Beinahe kurios, dass ausgerechnet jetzt, da Einigkeit herrscht, die Befürworter von damals – Sozialdemokraten und Liberale – aneinandergerieten. Ein wenig zumindest.

Der Grund dafür ist in Zahlen zu suchen, genauer: in den Kosten. Die Schätzung dafür legten die Architekten Rainer Stöcker und Thomas Hanna nun im Bauausschuss vor. Demnach schlägt die Halle mit geschätzt 11,2 Millionen Euro zu Buche. Dazu kommen das neue Beachvolleyballfeld und die Beleuchtung, zusammen für rund 521.000 Euro.

Entwässerung kommt dazu

Nicht mit im Paket enthalten sind die Verlegung des D-Platzes und die Entwässerung. Fest steht: Oberhalb der zwei vorhandenen Teiche entsteht ein dritter, als Puffer bei Starkregen. Das ist ein Ausfluss aus dem für das Projekt notwendigen Bebauungsplan und eine Forderung des Wasserwirtschaftsamtes. Doch nicht nur das Dach der neuen Halle muss entwässert werden, sondern auch das Sportgelände. Dafür sind, wie bereits berichtet, Speicher unter der Jahnstraße im Gespräch oder aber ein weiteres Rückhaltebecken – eventuell auf einem Grundstück im Asbachgrund. Diese Frage ist noch nicht abschließend geklärt.

Die Marke von etwas über 11,7 Millionen Euro bezeichneten die Architekten als "sehr detailliert", einkalkuliert ist dabei auch ein Puffer von fünf Prozent mit Blick auf mögliche Baupreissteigerungen. Heruntergebrochen auf den Quadratmeter liegt der Preis bei 2220 Euro, inklusive Möblierung und Ausstattung. Als Vergleich führten die Planer zwei Hallen in München an, die derzeit unter ihrer Regie entstehen. Diese erreichen Werte von 2190 bzw. 2440 Euro.

Gedanken haben sich die Experten auch noch einmal über die Fassade gemacht, die nun in Streckmetall ausgeführt werden soll. Dabei werden die Außenwände mit Gitterbahnen mit Rautenmustern aus Stahl, Aluminium oder Edelstahl verkleidet. Diese Konstruktion ließe sich sowohl beleuchten, aber auch begrünen.

Norbert Schikora (Bündnis 90/Grüne) wollte wissen, ob die Heizung – eine Gasbrennwertanlage mit Solarunterstützung – mit Blick auf mögliche CO2-Einsparungen – nicht hätte zukunftsfähiger ausfallen können. Weitere Varianten wurden geprüft, darunter Blockheizkraftwerk, Gaswärmepumpe und Biomasse, die allerdings allesamt wirtschaftlich durchgefallen sind. Die nun vorgesehene Technik sei bewährt, hieß es. Eine Photovoltaikanlage, auch diese Frage kam auf, ließe sich zwar nachrüsten. Das Problem stellt aber der Stromspeicher dar, der einen enormen Platz erfordere, so die Planer.

Für Thomas Peter ("Ich habe die Halle immer gewollt") von der FDP/FOB stand fest, dass das Projekt die Stadt am Ende auf jeden Fall zwölf Millionen Euro kosten werden. Ihn trieb die Frage um, was einzusparen gewesen wäre, hätte man die Tribüne kleiner geplant. 300 Menschen finden hier Platz, damit gilt die Halle als Versammlungsstätte, womit strengere Vorschriften bei Brandschutz und Fluchtwegen greifen. Wenn die Tribüne auf 99 Zuschauer begrenzt worden wäre, hätte man riesige Beträge einsparen können, glaubt Peter. Die Architekten sahen sich freilich außerstande, dazu "eine Summe aus dem Ärmel zu schütteln".

Kritik am "Nachkarteln"

Protest gegen das "Nachkarteln" des Liberalen kam nicht nur aus den Reihen der SPD. "Das regt mich auf", sagte Fraktionssprecher Peter Heinl. Man habe sich auf 300 Leute festgelegt, erinnerte der Vorsitzende des TSV Altenfurt. Die Dimension sei "zweckmäßig. Das ist keine Edel-Halle". Lothar Schmitt (CSU) fand es ebenfalls unpassend, beim Sportzentrum ("In Mittelfranken gibt es nichts Vergleichbares") an allen Ecken und Enden zu sparen. Er regte aber an, sich Gedanken über ein Nutzungskonzept zu machen. Für den Fall, dass Sportvereine von außerhalb hier zu trainieren wünschten, sollten sie dafür bezahlen. Auch dies könne eine gewisse Art der Refinanzierung darstellen.

Alles vergessen war schließlich, als es dann darum ging, den überarbeiteten Vorentwurf samt Kostenschätzung die Zustimmung zu erteilen – dabei hoben alle Stadträte wieder einmütig den Finger. 

Harald Ehm

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