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Fleißige Sammler: Fürther Polizei-Bienen weiter im Dienst

Inzwischen leben fünf Völker hinter der Wache an der Kapellenstraße - 09.07.2020 15:24 Uhr

Emsiges Treiben herrscht im Bienenstock unweit der Kapellenstraße. Polizeihauptmeister und Hobby-Imker Matthias Scholz betreut die fleißigen Tiere, die sich nach zwei Jahren um ein Volk vermehrt haben.

© Hans-Joachim Winckler


Wenn im Stadtgebiet eine Biene herumfliegt, kann es gut sein, dass es sich um ein ganz besonderes Exemplar handelt. Um eines, das sozusagen im Dienst der Polizei unterwegs ist. Vor knapp zwei Jahren nämlich bezogen vier Bienenvölker eine Brachfläche hinter der Dienststelle an der Kapellenstraße. Inzwischen ist ein weiteres dazugekommen.

"Ein Volk hat sich in zwei aufgeteilt", erklärt Matthias Scholz. Der Polizeihauptmeister hat schon seit vielen Jahren ein Faible für die fleißigen Tierchen und in etlichen Lehrgängen sowie als Bienenpate bei einem Imker schließlich so viel Erfahrung gesammelt, dass er zunächst in der Kita seiner Kinder ein Volk betreute. Nun kümmert er sich mit seiner Kollegin Ulrike Rauskolb um die "Polizeibienen".

Dass aus einem Schwarm zwei werden können, war ihm deshalb schon bekannt. In der Regel passiert dies, wenn ein Volk stark genug ist, dass es sich teilen kann, so Scholz. "Die alte Königin zieht dann mit ihren Bienen aus, die neue bleibt mit dem anderen Teil des Volkes zurück." Das dient der Arterhaltung.

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Nun steht eine weitere sogenannte Bienenbeute – also ein Kasten, in dem die Tiere leben – auf dem Grundstück hinter der Polizeiwache, das eigens für die Nektarsammler hergerichtet wurde. Obstbäume, Büsche und Kräuter wurden gepflanzt, um für genügend Pollen und Nektar zu sorgen. Auch im ehemaligen Rasen wachsen nun Blumen.

Einen Beitrag zum Umweltschutz sollte das Projekt leisten, das die Stadtverwaltung mit 12.000 Euro gefördert hat. Scholz investiert pro Volk etwa zehn Stunden Arbeit pro Jahr – Honigernte inklusive. Sie steht aber nicht im Vordergrund. Trotzdem freut es ihn und seine Kollegen, wenn einige Gläser gefüllt werden können.


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Mit 35 Stück fiel die erste Ernte im vergangenen Jahr relativ mager aus. Das bedeute nicht, dass sich die Bienen bei der Polizei nicht wohlfühlten. "Der Sommer war einfach zu trocken", sagt Scholz. Die Pflanzen hätten deshalb ihre Nektarproduktion gedrosselt, weshalb es für die Bienen weniger zu holen gab. Scholz hofft auf einen etwas besseren Ertrag in diesem Jahr. Der Honig wird übrigens zu besonderen Anlässen verschenkt, etwa wenn Lebensretter für ihren Einsatz geehrt werden. Sollten darüber hinaus noch Gläser übrig bleiben, werden sie für einen guten Zweck verkauft. Einem guten Zweck dienen schließlich auch die Bienen. Sie wecken Interesse – was die Menschen womöglich dazu bringt, darüber nachzudenken, wie man den in Bedrängnis geratenen Tieren helfen kann.

Die meisten seiner Kollegen, sagt Scholz, haben inzwischen ihre Scheu verloren – und schauen ihm jetzt immer öfter über die Schulter.

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