Dienst nicht nur für Jüngere

Freiwilliger Einsatz: Bufdis im Naturschutz werden dringend gesucht

20.6.2022, 09:40 Uhr
Alle mal hergehört: Ein Bufdi vermittelt einer Kindergruppe beim LBV, wie man sorgsam mit der Umwelt umgeht.

© Foto: LBV Alle mal hergehört: Ein Bufdi vermittelt einer Kindergruppe beim LBV, wie man sorgsam mit der Umwelt umgeht.

Der bayerische Naturschutzverband LBV bietet mit dem Bundesfreiwilligendienst (BFD) die Möglichkeit, die Zeit zwischen Schule und Ausbildung oder Studium sinnvoll zu nutzen: In unterschiedlichen Einsatzstellen der Umweltbildungseinrichtungen können Interessierte praktische Erfahrungen in verschiedenen Berufen im "grünen Bereich" sammeln.

Es bieten sich Stellen in den Arbeitsfeldern Umweltbildung, Jugendarbeit, Artenschutz oder Öffentlichkeitsarbeit an. Für den BFD können sich alle bewerben, die die allgemeine Schulpflicht abgeschlossen haben, also auch Studierende und Senioren.

Egal ob Interessierte eine Pause nach der schulischen Laufbahn einlegen möchten, noch nicht genau wissen, was sie studieren oder arbeiten wollen oder einfach nur etwas Gutes für die Natur tun wollen: Bufdi, wie die Freiwilligendienstler kurz heißen, beim LBV sei "genau das Richtige", meint Magdalena Buckreus, Referatsleiterin für Umweltbildung beim Naturschutzverband.

In den verschiedenen Einsatzfeldern könne man berufliche Erfahrungen sammeln, eigenen Interessen nachgehen und einen Beitrag zum Naturschutz leisten. "Ich habe in meiner bisherigen Zeit im BFD viel über mich selbst gelernt", sagt Sidney Höppner, Bundesfreiwilliger in der LBV-Umweltstation Rothsee.

Besonders die Arbeit mit Kindern mache ihm viel Spaß. Man bekomme die Chance, an verschiedenen Projekten mitzuwirken und dabei eigene Ideen umsetzen. "Und wer kann schon von sich behaupten, dass er seine Mittagspause in einer Hängematte mit Blick auf den See verbringen kann", scherzt Sidney.

Besonders im Sommer gibt es in den Umweltstationen einiges zu tun. "Die Arbeit in der Umweltbildung bietet in erster Linie die Möglichkeit, sich selbst kennenzulernen und sich mit seinen persönlichen Stärken einzubringen", findet Magdalena Buckreus.

Die Bufdis unterstützen das Team bei der Durchführung von pädagogischen Bildungs- und Naturerlebnisveranstaltungen zu verschiedenen Themen. Öffentlichkeitsarbeit, Betreuung von Social Media und Besucherlenkung gehören ebenso zu den Aufgaben wie die Mitarbeit bei Ausstellungen und Messen, Landschaftspflegemaßnahmen und Bürodienst.

Fachliche Vorkenntnisse braucht es nicht. "Jeder und jede sollte aber ein gewisses Interesse für die Natur mitbringen und offen gegenüber anderen Menschen sein", so die Umweltbildnerin. Bundesfreiwillige arbeiten ein halbes bis maximal zwei Jahre für die gute Sache. Sie erhalten ein monatliches Taschengeld sowie einen Zuschuss für Verpflegung und gegebenenfalls Unterkunft.

Für den BFD sollten Bewerberinnen und Bewerber auch die Bereitschaft zu gelegentlichen Wochenenddiensten mitbringen. Bei einer zwölfmonatigen Dienstdauer sind 25 Bildungstage vorgesehen, an denen man sich mit anderen Freiwilligen austauschen kann. Während des Dienstes sind die Kräfte kranken- und sozialversichert.

Seit knapp 40 Jahren betreibt der bayerische LBV Umweltbildung sowie Bildung für nachhaltige Entwicklung und nimmt "bundesweit eine Vorreiterrolle ein", wie es heißt. Das generationenübergreifende Angebot richtet sich an Kitas, Schulen, Familien und Seniorenheime.

Auch digital unterwegs

Während der LBV in seinen 14 bayernweiten Umweltbildungseinrichtungen jährlich über 130.000 Menschen anspricht, bietet das digitale Umweltbildungsprojekt "Naturschwärmer" online zahlreiche nachhaltige Aktionsideen für Familien.

Kitas und Schulen können sich für die Auszeichnungen "ÖkoKids - KindertageseinRICHTUNG NACHHALTIGKEIT" oder "Umweltschule in Europa/Internationale Nachhaltigkeitsschule" bewerben. Die Programme vermitteln "zukunftsrelevante Kompetenzen und Werte und leisten einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen", so der LBV. Seine Umweltbildung ist mehrfach ausgezeichnet worden, unter anderem mit dem Qualitätssiegel "Umweltbildung.Bayern" und als Lernort der Unesco-Kommission.

Mehr Informationen: www.lbv.de/bundesfreiwilligendienst

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