Dienstag, 25.02.2020

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"Fridays gegen Altersarmut": Demo in Zirndorf geplant

Die Bewegung ist umstritten - Werden die Demonstranten für rechte Zwecke benutzt? - 15.01.2020 16:00 Uhr

Jetzt wird freitags nicht mehr nur für den Klimaschutz demonstriert, sondern auch für eine gerechtere Rente. © Thomas Scherer


Auch Elvira Scheffler aus Zirndorf gehört zu den Menschen, die von Altersarmut betroffen sind: Sie ruft am Freitag, 24. Januar, von 11 bis 14 Uhr zu einer Mahnwache vor dem Zirndorfer Rathaus auf. Es wird eine von bundesweit rund 200 Kundgebungen sein, um der Politik das Problem deutlich vor Augen zu führen. Nicht umsonst zeigt das Logo von "Fridays gegen Altersarmut" alte Menschen, die Pfandflaschen sammeln und in Abfallkörben wühlen.

Grundrente reicht nicht

Elvira Scheffler rechnet mit mindestens 20 Teilnehmern bei der Mahnwache. Sie wollen Flyer verteilen, um mehr Menschen auf das Thema Altersarmut aufmerksam zu machen. "Es geht uns schließlich alle an", sagt die Zirndorferin, die am eigenen Beispiel vorrechnet, wie niedrig ihre Rente trotz der Erziehung von vier Kindern und über 20 Jahren Berufstätigkeit ausfällt. Scheffler ist überzeugt, wird nicht rasch eine Lösung gefunden, werden immer mehr Menschen in Armut abrutschen, sobald sie nicht mehr berufstätig sind. Die Grundrente allein reiche nicht aus, um ein menschenwürdiges Leben zu sichern.

Die Bewegung fordert ein "einheitliches, solidarisches und gerechtes Rentensystem", das alle Berufsgruppen einbezieht, auch Beamte, deren Pensionen sie gegenüber Rentnern deutlich besser stellen.

Doch "Fridays gegen Altersarmut" wird nicht unkritisch gesehen. Verschiedene Veröffentlichungen befassen sich insbesondere mit einem der Initiatoren, der unter anderem als Heinrich Madsen auftritt. Die Frankfurter Rundschau schreibt, dass Madsen dem rechtsextremen Lager zuzuordnen sei. Fotos zeigten ihn, der auch unter anderen Namen auftreten soll, mit Symbolen der Nazi-Szene. Vielen Mitstreiter sei nicht bekannt, dass auf dem Umweg über ein wichtiges Thema versucht wird, Menschen für rechte Gruppierungen zu gewinnen. Die FR kommentiert dazu: "Dennoch scheint die Gruppe entstanden zu sein, um eine breite Bevölkerungsschicht vor den eigenen, mutmaßlich rechten Karren zu spannen."

Beate Dietz

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