Für TV-Sendung: Protest-Aktion in Fürther Gustavstraße

23.3.2015, 20:05 Uhr
Gegen weitere Einschnitte: Der Protest der Initiative

Gegen weitere Einschnitte: Der Protest der Initiative "Wir sind die Gustavstraße" bot die Kulisse für die Sendung. © Hans-Joachim Winckler

Um 17.40 Uhr hatten zahlreiche Fürther, die mit Glocken und Klingeln in die Gustavstraße gekommen waren, ihren großen, schrillen Auftritt: Für die Kameras des Bayerischen Rundfunks läuteten sie die Freischanksaison ein - als Zeichen dafür, dass sie weitere Einschnitte bei Festen und im täglichen Kneipenbetrieb abwenden wollen. Dann ließen sie Dutzende Luftballons in den Himmel steigen.

Vor der Mediation habe man noch einmal mit "allen Seiten" sprechen wollen, erklärte Reporterin Constanze Schulze das Anliegen des Fernsehbeitrags. Etwa acht Minuten lang wurde live aus der Straße berichtet. Auch die fünf Kläger hatte der Bayerische Rundfunk eingeladen. Sie hatten es aber abgelehnt, dabei zu sein.

Oberbürgermeister Thomas Jung und die Fraktionsvorsitzenden Sepp Körbl (SPD), Dietmar Helm (CSU) und Harald Riedel (Grüne), die am nächsten Dienstag erstmals bei der Mediation beteiligt sein werden, waren der Einladung gefolgt - nicht als Teil des Protests, wie OB Jung klarstellte. Den Zeitpunkt für die Aktion - so kurz vor der Mediation - und die Idee, mit Klingeln Lärm zu machen, halte er "für nicht gut", sagte er. Aber er habe Verständnis dafür, dass "Menschen, die sich von einigen wenigen Anwohnern schikaniert fühlen, sich äußern wollen". Auch das müsse eine Demokratie aushalten.

"Haben schon unheimlich viel aufgegeben"

Die Aktion hatte sich die Interessengemeinschaft "Wir sind die Gustavstraße" für die Sendung ausgedacht - nach Angaben des Initiators hatte das Produktionsteam angeregt, dass sich die Gruppe etwas überlegen könnte. Bereits am Wochenende hatte ein Filmteam Mitglieder beim Unterschriftensammeln gefilmt.

Ans Mikrofon wurde unter anderem Wirtin Susanne Dresel gebeten. Sie hege wenig Hoffnung, sagte sie, dass die Mediation mit einem Ergebnis ende, das nicht untragbar sei: "Wir haben schon unheimlich viel aufgegeben, es gibt kaum noch Verhandlungsmasse." Das, was übrig geblieben sei, "ist überlebenswichtig".

OB Jung berichtete von der Enttäuschung nach der ersten Mediation im Dezember, als die Frau des Klägers, mit dem er stundenlang verhandelt hatte, das Ergebnis ablehnte. Ob es eine Lösung geben kann, fragte die Reporterin. Jung: Beim guten Willen aller Beteiligten gebe es natürlich einen Weg.

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