Fürth feiert den Aufstieg

16.4.2012, 23:00 Uhr
Kurz nach dem Schlusspfiff strömten die Fürther in Scharen in die Gustavstraße, um den Aufstieg der SpVgg zu feiern.

Kurz nach dem Schlusspfiff strömten die Fürther in Scharen in die Gustavstraße, um den Aufstieg der SpVgg zu feiern. © Hans-Joachim Winckler

Zusammen mit ihren Frauen beziehungsweise Freundinnen und Mitarbeitern der Geschäftsstelle des Fußball-Zweitligisten drückten die Spieler im VIP-Gebäude des Ronhofs Dynamo Dresden die Daumen. Die Sachsen hatten im sogenannten Montagsspiel den Fürther Aufstiegskonkurrenten Fortuna Düsseldorf zu Gast. „Wir sind alle Dynamo-Fans“, hatte Starstürmer Gerald Asamoah vorher angekündigt. Der seelische Beistand half: Dynamo Dresden schoss ein Tor mehr als Düsseldorf. Potés Treffer in der 70. Minute sollte Fürths Aufstieg in die Erste Bundesliga besiegeln.

Bevor die rauschende Feier in der Gustavstraße beginnen konnte, mussten auch die Fans nervenzehrende 90 Minuten überstehen. Gleich vier Fernsehteams wollten ihnen im „Gelben Löwen“ dabei zusehen. Gut gelaunt scherzte Wirtin Susanne Dresel: „Wir sind doch ein Wirtshaus und kein Fernsehstudio“.

Unaufsteigbar ist das Kleeblatt ab heute nur noch, wenn es mit Zauberei zugeht: Fortuna Düsseldorf kann die SpVgg nicht mehr einholen. Neun Punkte und 31 Treffer beträgt der Vorsprung auf Relegationsrang drei.

Viele Fans zogen den heimischen Fernseher einem Platz in der Kneipe vor. Doch mit dem Schlusspfiff füllte sich die Gustavstraße schlagartig. Bald waren geschätzt 1000 Menschen in der Altstadt, Raketen stiegen in den Himmel, Autos fuhren hupend durch die Stadt, während sich die Fans in den Armen lagen, sangen und auf die Mannschaft warteten, die sich angekündigt hatte und mit der sie gemeinsam „Nie mehr zweite Liga!“ anstimmen wollten.

Erstmals in ihrer Vereinsgeschichte gehört die SpVgg Greuther Fürth nun der Fußball-Bundesliga an. Fürth, der Deutsche Meister von 1914, 1926 und 1929, ist damit der 52. Neuling im 1963 gegründeten nationalen Oberhaus. „Ein Traum ist in Erfüllung gegangen, das ist eine neue Dimension in unserer Vereinsgeschichte“, sagte Präsident Helmut Hack, der das neue Kleeblatt seit dem Zusammenschluss mit der Fußballabteilung des TSV Vestenbergsgreuth vor 16 Jahren führt.

Die Fürther Fußballprofis, die das Spiel in Dresden gemeinsam in der Geschäftsstelle am Laubenweg vor dem Fernsehschirm sahen, feierten mit tausenden Fans bis in die späte Nacht. Die große gemeinsame Aufstiegsfeier steht zum letzten Heimspiel am 29. April gegen Düsseldorf an.

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