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Fürth: Grüne Halle bald auch ein Haus für Kinder?

Stadtrat stimmt über Kita-Einzug ab - Das letzte Schottenfest ging über die Bühne - 05.12.2016 10:33 Uhr

Kehraus in der Grünen Halle: Die Claymore Pipes & Drums (im Bild) spielten hier am Samstag zum letzten Mal beim Schottenfest auf. © Foto: Hans-Joachim Winckler


Der Klang aus dem Dudelsack trägt ja prinzipiell ein Stück Wehmut in sich. Und so hörte es sich mehr denn je nach Abschied an, als die Musiker der Claymore Pipes & Drums am Samstag beim Einmarsch in die Grüne Halle ihre Atemluft in ihre Instrumente stießen. Für mehrere Hundert Schotten und Schottlandfans drehten sich sodann ein paar letzte Stunden um Kilts, Karos, Whisky, Tartans, Haggis.

Dass sich das neunte Schottenfest, das in den Vorjahren stets um die Tausend Besucher angelockt hatte, diesmal als nicht ganz so zugkräftig erwies, erklärte Organisatorin Eva Göttlein mit vielen Parallelveranstaltungen in der Adventszeit und dem herrlichen Winterwetter, das potenzielle Besucher womöglich doch ins Freie zog. Aber auch wenn die Grüne Halle nicht brechend voll war: Sie füllte sich im Lauf des Nachmittags, und Göttlein zeigte sich zufrieden. Sie und ihre Gäste wollten sich die Feierlaune nicht nehmen lassen. Es wurde getanzt, geschlemmt und der schönste Kilt prämiert. Um 22 Uhr ging man auseinander – in dem Bewusstsein, irgendwie weitermachen zu wollen, aber nicht zu wissen, wann und wo.

Göttlein glaubt, wie sie im FN-Gespräch sagte, dass das Schottenfest ebenso wenig wie das Indische Lichterfest Diwali oder das Japanische Kirschblütenfest eine Zukunft in Fürth haben wird. Es gebe hier keinen adäquaten Veranstaltungsort. Infrage käme allenfalls die Stadthalle, doch sei die Miete relativ hoch und die Atmosphäre nicht mit der Grünen Halle vergleichbar. Auch steht für Göttlein fest: In die Veranstalterrolle, die bisher Grüne-Hallen-Betreiber Jürgen Schulz übernommen hat, will sie ohne Partner nicht schlüpfen.

Wie berichtet, waren die großen Kulturveranstaltungen für Schulz ein Zuschussgeschäft. Finanziert wurden sie über lukrativere private Feiern. Doch uferten diese aus. Anwohner klagten wegen der Lärmbelästigung, Richter pochten auf eine strikte Einhaltung der Betriebszeiten von 6 bis 22 Uhr. Daraufhin bot Schulz die Halle zum Verkauf an.

Neuer Eigentümer wird das Nürnberger Architekturbüro Hübsch Ramsauer Harlé, kurz HRH, das seinen Sitz im Frühjahr nach Fürth verlegen will. Wie berichtet, sollen auf der Galerie Arbeitsplätze für rund 25 Architekten und Ingenieure entstehen, ein „Open Space Office“ mit freiem Blick durch das weitgehend verglaste Gebäude und absperrbarem Obergeschoss. Das Erdgeschoss wollen die neuen Hausherren für multimediale Präsentationen nutzen, für das Sekreteriat, Sozialräume und die Modellbauwerkstatt.

Im September hatte Jürgen Hübsch von HRH erklärt, die „Eventfläche“ ließe sich jenseits der Bürozeiten an Wochenenden und Abenden sicher für Lesungen oder Vorträge nutzen. Doch liefen noch Gespräche mit der Stadt über etwaige Nutzungsoptionen.

Jetzt zeigte sich auf FN-Nachfrage: So gut wie beschlossen ist, dass eine Kindertagesstätte dort einzieht, wo sich noch ein asiatisches Lokal befindet. Zwei Kindergarten- und zwei Krippengruppen stehen zur Debatte, bestätigte Sozialreferentin Elisabeth Reichert. Die Einrichtung werde wegen steigender Geburtenzahlen „dringend“ benötigt. Reichert geht davon aus, dass der Stadtrat am 21. Dezember grünes Licht gibt. Eröffnung wäre dann im Herbst 2017.

Was aus kleineren öffentlichen Veranstaltungen wie den Jazzkonzerten oder dem Tanztee wird, ist nach wie vor offen. Hübsch sagt: „Gerne.“ Doch sei zu klären, wie das in der Praxis ablaufen könnte. 

BIRGIT HEIDINGSFELDER

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