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Fürth hält sich bei den Hotspots zurück

Vorstoß zum städtischen Engagement für kostenloses WLAN im Wirtschaftsausschuss auf Eis gelegt - 23.07.2015 11:00 Uhr

Im September 2013 nahm Projektleiter Jörg Lehmann den ersten Fürther Hotspot von Kabel Deutschland in der Mathildenstraße in Betrieb. Das Gerät ist auf einem Schaltschrank montiert. Die Haube fehlt hier noch.

© Dittmar


Den örtlichen Handel und Tourismus wollten die Sozialdemokraten mit ihrem Vorstoß fördern. Dabei verwiesen sie auf Städte, in denen bereits rund um die Uhr flächendeckender Internetzugang zum Nulltarif angeboten wird. So etwas schwebte ihnen zumindest für die Fürther Innenstadt auch vor. Seit zwei Jahren ermöglicht, wie berichtet, Kabel Deutschland bereits an sechs Stellen der Innenstadt 30 Minuten täglich kostenloses Surfen. Danach sind allerdings Gebühren fällig, wie sie der Konkurrent Telekom an rund 30 internetfähigen Telefonsäulen in Fürth von der ersten Minute an verlangt.

Der Gratis-Zugang zum Internet beschränkt sich bei Kabel Deutschland auf einen Umkreis von etwa 150 Metern um die Hotspots. Installiert sind diese meist unter WLAN-Hauben auf Schaltschränken. Keinen Reichweiten-Beschränkungen ist unterworfen, wer mit seinem Mobilfunkgerät auf eigene Kosten surft. Schon für weniger als zehn Euro im Monat werden Flatrates angeboten. Auch im Hinblick auf die Leistungsfähigkeit können Hotspots den Smartphone-Verträgen der neuen Generation nicht mehr das Wasser abgraben.

Deshalb zog CSU-Stadtrat Tobias Wagner in der Debatte auch den Nutzen eines städtischen Engagements für ein flächendeckendes Hotspot-Netz in Zweifel. Zumal es den verbesserten Service nicht umsonst gibt. Die finanziellen Auswirkungen beriet der Wirtschaftsausschuss hinter verschlossenen Türen. Dabei ging es auch um Versicherungsfragen. Hier will Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel die bislang strikten Haftungsregelungen für WLAN-Anbieter lockern, um Deutschland im internationalen Vergleich voranzubringen.

Kein großer Ansturm

Nachdem aber auch OB Thomas Jung von keinem exorbitanten Ansturm auf die Fürther Hotspots berichten konnte, zog SPD-Chef Sepp Körbl den Antrag zurück. An das Wirtschaftsreferat erging jedoch der Auftrag, einmal aufzulisten, wo es bereits Hotspots gibt. Aufspüren kann man sie mit kostenlosen Apps für Smartphones und Tablets. Diese zeigen an, wenn man sich im Funktionsbereich einer Sendeeinrichtung befindet. Kabel Deutschland hat Hotspots auf der Fürther Freiheit an der Friedrichstraße, in der Moststraße/Ecke Schickedanzstraße, in der Gustavstraße am Pfarrhof, in der Lilienstraße 9, in der Königstraße 35 und in der Mathildenstraße 2 installiert.

Die Fürther Innenstadtbeauftragte Karin Hackbarth-Herrmann kennt darüber hinaus zahlreiche Spots, die in Fürther Hotels, Gastronomiebetrieben, Bäckereifilialen und Einzelhandelsgeschäften eingerichtet sind. Untersucht wird nun noch, inwieweit von der Stadt finanzierte Einrichtungen zur Förderung des Tourismus sinnvoll sein könnten. Nach Recherchen des Wirtschaftsreferats stehen durchaus nicht alle Geschäftsleute dem öffentlichen Zugang begeistert gegenüber. Vor allem bei Ärzten und Rechtsanwälten stößt er auf Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes.

Aber auch Hotspot-Nutzer sollten auf der Hut sein vor Angriffen auf persönliche Daten. Empfohlen wird, alle nicht benötigten Funkverbindungen, wie etwa Bluetooth, zu deaktivieren, den Hotspot als „öffentliches Netzwerk“ manuell und nicht automatisch einzustellen und das Surfen auf den unbedingt nötigen Zeitraum zu beschränken.

Volker Dittmar

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