Fürth: Kosten für Turnhalle schnellen auf 13 Millionen hoch

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Andreas Dalberg

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23.10.2020, 06:00 Uhr
So sieht der Entwurf für die neue Dreifachturnhalle an der Seeackerschule aus (mit Blick von der Seeackerstraße auf Schulhof und Sporthalle).

© Entwurf: Hartmann und Helm So sieht der Entwurf für die neue Dreifachturnhalle an der Seeackerschule aus (mit Blick von der Seeackerstraße auf Schulhof und Sporthalle).

Vielerorts fehlt es an zeitgemäßen Sporthallen für Schulen und Vereine, auch in Fürth. Daher soll neben der Seeackerschule eine Dreifachturnhalle entstehen, die auch von Schülern der Außenstelle in Sack und der Pestalozzischule genutzt werden kann – dass es diesen Bedarf gibt, bestätigte die Regierung von Mittelfranken.
Baubeginn soll Sommer 2021 sein, ab 2023 dann soll die Halle genutzt werden können. Der Freistaat Bayern fördert das Projekt mit rund sieben Millionen Euro.

"Bauen wird immer teurer"

Im städtischen Haushalt sind für die neue Halle elf Millionen Euro vorgesehen. Nun aber zeigt sich bei den Detailplanungen, dass dies nicht ausreicht und stattdessen 13 Millionen Euro anfallen, wenn man alle wünschenswerten Maßnahmen sofort umsetzt.

Kostentreiber sind beispielsweise die Neugestaltung des zweiten Eingangsbereichs der Schule sowie der Schulgarten, der direkt an der neuen Halle entstehen und „Lernen im Grünen“ ermöglichen soll.

Allein diese beiden Maßnahmen schlagen mit rund einer Million Euro zu Buche, die sich einsparen ließen, wenn man sie zurückzustellen würde, sagt Stadtbaurätin Christine Lippert. Ihr Referat prüft derzeit etwaige Einsparmöglichkeiten.

Um einen anderen Kostenblock jedoch wird man kaum herumkommen. Bauen wird auch in Zeiten von Corona immer teurer, sagt Lippert. Legt man die aktuelle Preissteigerungsrate von 4,5 bis fünf Prozent zugrunde, ergeben sich jährliche Mehrkosten in Höhe von rund 550.000 Euro.

 

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Ähnlich bei den Entsorgungskosten, die „weit über fünf Prozent“ zulegen. Mit der Folge, dass auch hier Hunderttausende Euro zusätzlich anfallen. Da die Halle um ein Geschoss „eingegraben“ werden soll, könnte man vermuten, an diesem Punkt ließe sich Geld sparen.

Lippert verweist jedoch darauf, dass es zum einen ohnehin viel Aushub geben wird, um tragenden Boden freizulegen. Zum anderen: Wollte man die Halle anders bauen, müsste neu geplant werden – mit weiteren Zusatzkosten, die allein schon aufgrund der Bauverzögerung anfallen würden.

Das Baureferat jedenfalls wird seine Überlegungen voraussichtlich bei der nächsten Sitzung des Bauausschusses mit den Stadträten diskutieren; diese haben dann zu entscheiden, wie es weitergehen soll.

27 Bäume sollen weichen

Kritik gab es zuletzt vom Bund Naturschutz. In einer Stellungnahme klagte Vorsitzender Richard Scheuerlein darüber, dass für die Halle viele Bäume gefällt werden sollen – 27 an der Zahl. Er warf die Frage auf, ob eine kleinere Zweifachturnhalle ausreichen würde, wodurch „größere Teile des Baum- und Gehölzbestands“ gerettet werden könnten.

Lippert hat Verständnis für dieses Anliegen. Die Stadtverwaltung selbst spricht von „erheblichen“ ökologischen Eingriffen. Zwar habe man versucht, möglichst viel Grün zu erhalten und daher auch verschiedene Varianten geprüft. Im Ergebnis aber erscheint die aktuelle Konzeption als die sinnvollste. Zumal eine Dreifachturnhalle nötig sei, wie ja auch die Regierung bestätigt habe.

Dennoch: Ziel sei es, einen „kompletten Ausgleich herzustellen“. So sollen beispielsweise 29 Bäume neu gepflanzt werden; und auch das Hallendach soll begrünt werden.

Aber in der vergangenen Sitzung des Bauausschusses, als kurz über die Dreifachturnhalle diskutiert wurde, zeigte sich schon, dass die Grünen mit diesem Ausgleich nicht zufrieden sind.

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