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Fürth: Muss das Schliemann-Gymnasium weichen?

Erweiterungspläne haben Dämpfer bekommen — Umzug in den Westen ist im Gespräch - 09.12.2015 16:00 Uhr

Fürths Junge Union ist gegen einen Umzug des Heinrich-Schliemann-Gymnasiums in den Westen der Stadt. © Foto: Winckler


Da war auch Schulreferent Markus Braun überrascht: Nach einem intensiven Blick auf die Feuerwache musste die städtische Abteilung für Gebäudewirtschaft mitteilen, dass es schwierig, ja nahezu unmöglich sei, das in die Jahre gekommene Gebäude am Helmplatz so umzubauen, dass es vom Gymnasium genutzt werden kann. Die Räume seien für Klassenzimmer meist zu klein, die Fahrzeughalle wiederum gilt als zu groß. Wände ließen sich aus Denkmalschutzgründen nicht beliebig umsetzen, auch das Treppenhaus müsse erhalten bleiben.

Erschwerend kommt hinzu: Das Gymnasium, das seinen rund 750 Schülern neben dem humanistischen und sprachlichen seit 2009 auch einen musischen Zweig anbietet, braucht viel Platz. Benötigt wird eine Fläche von 20 bis 22 zusätzlichen Klassenzimmern mit einer Größe von je rund 60 Quadratmetern; darin enthalten sind Funktionsräume wie Zeichensaal, Mensa oder Musikzimmer. Dieser zusätzliche Bedarf, den die Schule mit der Regierung von Mittelfranken erhob, entspricht laut Braun dem Umfang der Mittelschule an der Otto-Seeling-Promenade.

Inzwischen wird auch der Umzug des Gymnasiums, das seit 1896 in der Königstraße zuhause ist, in Betracht gezogen. Die Lehrkräfte wissen Bescheid. Markus Braun hat ihnen aufgezeigt, welche Möglichkeiten es am alten Standort gibt – und was für eine Alternative spräche: Etwa, dass Bauen schneller gehe, als die Feuerwache umzumodeln und im Anschluss die alten Räume der Schule nach und nach zu sanieren. Wo genau das Schliemann künftig stehen könnte, darüber möchte Braun noch nicht sprechen. Nur so viel: Im Westen von Fürth gebe es zwei Grundstücke der Stadt, die dafür in Frage kommen. Der Grund für Brauns Zurückhaltung: Er wolle die Lehrer, die derzeit das Für und Wider abwägen, möglichst wenig durch die Öffentlichkeit beeinflussen.

Spätestens bis Ende Februar erhofft sich der Bürgermeister ein eindeutiges Votum der Schule. Am Ende entscheide zwar der Stadtrat, doch das Kollegium müsse auf jeden Fall Gehör finden. „Schließlich sollen sich möglichst alle wohlfühlen.“

Die Kosten für beide Szenarien – also Umzug in die Feuerwache und Neubau – halten sich aktuellen Berechnungen zufolge in etwa die Waage, sagt Braun, ohne eine Summe zu nennen. Eine Entscheidung, die sich allein an den Finanzen orientiert, dürfte damit entfallen.

Gwendolyn Kuhn

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