Montag, 09.12.2019

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Fürth: Neuer Waldlehrpfad lädt zur Entdeckungstour ein

Die Stadt hat den Weg am Freitag freigegeben - 16.11.2019 17:00 Uhr

Mit einem Dreh an den Würfeln erhalten die Kinder auf spielerische Art und Weise Informationen über die Baumarten im Fürther Stadtwald. Die Mädchen und Jungen aus der Grundschule Frauenstraße vertieften sich sofort und puzzelten. © Foto: Hans-Joachim Winckler


"Hier, das passt." Maria (8) und Daria (10) stehen mit ihren Mitschülerinnen und Mitschülern auf einer Lichtung und puzzeln konzentriert an einem Baum-Quiz. Für die dritte Klasse aus der Grundschule Frauenstraße steht das Thema Wald auf dem Lehrplan, im Stadtwald wurden die Kinder jetzt zu Premierengästen: Sie erprobten als erste Besucher den neuen Waldlehrpfad.

Der Ausgangspunkt liegt gleich hinter der Stadtförsterei (Heilstättenstraße 130). Von hier aus geht es über knapp einen Kilometer zu elf Stationen, an denen spannend, aber auch unterhaltsam über Bäume und Holz, Tiere und Pflanzen, Boden oder Wasser informiert wird. Oberbürgermeister Thomas Jung, der zur Eröffnung ein leuchtend rotes Band durchschnitt, ist sich sicher: "Wer hier mit offenen Augen hergeht, kommt klüger aus dem Wald heraus."

Dass dem so ist, dafür haben Nachhaltigkeitsmanagerin Melanie Diller und Stadtförster Martin Straußberger ein Konzept entwickelt, das mit vielen kreativen Ideen punktet. Informationen gibt es unter anderem zu Details, die "typisch Fürth" sind, sagt Melanie Diller: "Eine Station ist zum Beispiel am Steinbruch Katzenstein, eine andere an der Scherbsgraben-Quelle."

Nicht einfach nur Schauen und Staunen ist auf dem neuen Pfad angesagt, dessen Gestaltung 30 000 Euro kostete. Selbermachen gehört fast immer dazu, etwa an der Quell-Station. Dort stehen zwei durchsichtige Röhren, gefüllt mit Sand beziehungsweise Lehm, für ein Experiment bereit. Martin Straußberger: "Hier kann man Wasser, das man aus der Quelle schöpft, in die beiden Behälter kippen und dann beobachten, durch welchen Boden es schneller sickert."

Gebaut und eingerichtet wurden die verschiedenen Lernpunkte von den Forstwirten Andreas Winkler, Udo Strauß und Sebastian Neubert. "Alles Holz, das wir verwendet haben, ist hier im Stadtwald gewachsen", erklärt Winkler. Eine Herausforderung sei der achteckige Pavillon am Startpunkt des Weges gewesen, den Udo Strauß fertigte. Warum eine Station mit "Spechtschmiede" betitelt ist, wird schnell klar, wenn man den kleinen (Holz-)Specht sieht, der einen Stamm quasi als Werkbank benutzt, um an die begehrten Kiefernzapfensamen zu kommen.

Auf dem Waldlehrpfad sollen Kindergruppen, Schulklassen oder Familien Erfahrungen machen können. "Das ist aber eigentlich für jeden interessant", lobte spontan Dieter Wening, der, wenn möglich, am liebsten täglich durch den Stadtwald spaziert. Die Schnupperstation hat er schon ausprobiert. Ob man die verschiedenen Gerüche, die von lieblich bis rustikal reichen, richtig erkannt hat, erfährt man direkt.

Als Begleiter bei der Grün-Erkundung bietet sich Frido an, der sich als "Erklär-Häher" vorstellt und Wort hält. Grafikerin Melanie Kirchgessner hat den kleinen Eichelhäher ebenso gestaltet wie die vielen Zeichnungen am Wegesrand. Melanie Diller verriet, dass der Fürther Stadtwald jetzt sogar einen Auftritt im Internet hat (www.stadtwald.fuerth.de). Dort kann man sich auch einen Audio-Guide herunterladen und vom Stadtwaldförster informativ begleiten lassen.

Sabine Rempe

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