Fürth: Zieht ein Physio in den Goldenen Schwan?

27.12.2016, 06:00 Uhr
Behandlung statt Bier: Der Goldene Schwan mausert sich. Heraus kommt etwas anderes, als zunächst gedacht.

Behandlung statt Bier: Der Goldene Schwan mausert sich. Heraus kommt etwas anderes, als zunächst gedacht. © Foto: Anestis Aslanidis

Wie das Rathaus auf Anfrage dieser Zeitung bestätigte, hat gegenwärtig eine Praxis für Physiotherapie die besten Chancen, ins Erdgeschoss des Hauses einzuziehen, das gegenwärtig mit viel Aufwand und nach langem Leerstand saniert wird.

Ursprünglich hatte die Eigentümerfamilie andere Pläne: Der Goldene Schwan am Marktplatz sollte wieder an seine jahrhundertealte Wirtshaustradition anknüpfen, die 1973 abrupt geendet hatte. Damals wurden die Schank- in Wohnräume umgewandelt.

Eigentümer scheinen andere Pläne zu haben

Für die Wiedergeburt des Schwans suchten die Eigentümer schon seit einiger Zeit nach einem Pächter. Nach der Sanierung hätte er seine Gäste auf 90 Sitzplätzen in drei Räumen des Erdgeschosses bewirten können. Im beeindruckenden Gewölbekeller hätten Brauseminare stattfinden können, vor dem Haus sollte eine Freischankfläche entstehen.

Schon im Juli 2015 beschäftigte sich der städtische Bauausschuss mit einem entsprechenden Antrag der Eigentümer des Goldenen Schwans. Die Stadträte gaben grünes Licht für das Projekt, beschränkten lediglich den Umfang der Freischankfläche – auch im Hinblick auf den Lärm-Konflikt in der nahegelegenen Gustavstraße.

Inzwischen scheinen die Eigentümer andere Pläne zu haben. Da sie sich auf FN-Anfrage noch nicht dazu äußern wollen, kann man über die Beweggründe zwar nur spekulieren, sie liegen aber auf der Hand: Offenbar hat sich trotz intensiver Suche immer noch kein Gastronom gefunden, der bereit gewesen wäre, die – wie zu hören ist – nicht unbedingt geringe Pacht zu zahlen.

Fürths Wirtschaftsreferent Horst Müller schaltete sich nach eigenen Worten vor gut drei Wochen in die Angelegenheit ein, nachdem er von den neuen Nutzungsplänen für den Schwan erfahren hatte. Für ihn steht fest: "Ein Gasthaus an diesem wunderbaren Platz wäre ein absolutes Highlight." Also setzte Müller noch einmal Hebel in Bewegung. Nach einem Gespräch mit Fred Höfler, dem Chef der Tucher-Brauerei, nahmen in den vergangenen Tagen zwei Wirte das Objekt unter die Lupe, einen dritten Interessenten tat Müller selbst auf. Doch wie es aussieht, biss auch diesmal niemand an. "Die Tendenz scheint eher negativ zu sein“, sagt der Wirtschaftsreferent. "Das Haus wäre für Gastronomie bestens geeignet, aber man kann es nicht erzwingen."

"Als ob’s so sein soll"

Sollten die Gastro-Pläne scheitern, tröstet sich Müller mit dem Gedanken, dass dank der kostspieligen Sanierung ein echter Schandfleck an prominenter Stelle beseitigt wird. Ähnlich äußerte sich Stadtheimatpflegerin Karin Jungkunz gegenüber den Fürther Nachrichten.

Freuen darf sich das rund zehnköpfige Team der "Reha am Stadtpark", das nun gute Karten hat, von der Meckstraße ins Herz der Altstadt umziehen zu dürfen. Die Reha, die auf ihrer Internetseite angibt, mit der Spielvereinigung und DFB-Jugendnationalmannschaften zusammenzuarbeiten, würde ihre Behandlungsräume in den Schwan verlegen.

Physiotherapeutin Ulrike Rienecker, eine der Inhaberinnen, sagte auf FN-Anfrage, sie habe sich auf den ersten Blick in die Räume verliebt: "Als ob’s so sein soll." Im Sommer könnte der Umzug über die Bühne gehen.

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