Fürther Abenteurer als Wohltäter

13.9.2016, 06:00 Uhr
Dominik Hecker (v. li.), Ralph Bieber und Jan Weidenbach mit den Vertreterinnen des Kinderbuchhauses (v. li.) Birgit Arnold, Hella Heidötting und Birgit Gutbier.

Dominik Hecker (v. li.), Ralph Bieber und Jan Weidenbach mit den Vertreterinnen des Kinderbuchhauses (v. li.) Birgit Arnold, Hella Heidötting und Birgit Gutbier. © Foto: Leberzammer

3500 Kilometer ohne Navi und Autobahn – und das mit Fahrzeugen, die mindestens 20 Jahre auf dem Buckel haben. Das ist das eine Grundprinzip der zum dritten Mal veranstalteten Rallye. Ein anderes ist das Sammeln von Spenden, „mit denen die Welt ein Stück weit verbessert“ werden soll. Neben Projekten in Afrika darf jedes Team eine lokale Initiative unterstützen und muss dafür vor dem Start mindestens 750 Euro sammeln.

Eine Vorgabe, die das Quartett der „Frängkonien Deiffls“ locker erfüllte. „Wir haben im Bekanntenkreis, bei Kunden und Geschäftspartner gesammelt“, berichtet Dominik Hecker. Den ausgewählten Empfänger, das Kinderbuchhaus in der Theaterstraße, habe ihm seine Nachbarin, SPD-Stadträtin Birgit Arnold, empfohlen. Dafür haben viele Spender gerne gegeben. Die dabei zusammengekommenen 1500 Euro übergab Bieber einen Tag vor dem Rallye-Start gemeinsam mit den anderen Piloten an Hella Heidötting und Birgit Gutbier, zwei der Frauen hinter dem vor zehn Jahren gegründeten Kinderbuchhaus.

Diese Einrichtung des FreiwilligenZentrums Fürth ist eine kleine Bibliothek für Kinder im Grundschulalter und jünger. Um den Kindern den Zugang zu Büchern zu erleichtern, engagiert sich ein Team von zwölf ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen bei der kostenfreien Buchausleihe. Zurzeit sind etwa 500 Kinder registriert und haben einen personalisierten Ausweis für die Ausleihe.

In Zusammenarbeit mit den Schulen werden die Kinder zum Lesen animiert und können so ohne den Druck einer Benotung Fortschritte im Lesen erzielen. Die Kinder tragen bei Treffs im Kinderbuchhaus einige Passagen aus dem vorher zu Hause gelesenen Buch vor, berichten dann über den weiteren Inhalt, stellen Fragen und bekommen Fragen gestellt, diskutieren miteinander und machen auf den weiteren Verlauf des Inhalts neugierig.

Lesekompetenz erhöht

Dadurch werde nicht nur die Lesekompetenz erhöht, so Heidötting, sondern die Schüler entwickeln auch ein Verständnis für den Inhalt und lernen, sich auszudrücken. Diese Übungen stärken das Selbstbewusstsein und die soziale Kompetenz, was gerade für die Kinder aus dem sozial schwachen Milieu wichtig ist. Die Spende der Rallyefahrer wird also einen sinnvollen Zweck erfüllen. Wofür sie verwendet wird, weiß Birgit Gutbier schon genau: „Unsere Liste mit Büchern, die wir anschaffen wollen, ist schon wieder sehr lang.“ Außerdem werden neue Möbel für den Computerbereich benötigt.

Hecker und die anderen Abenteurer sind indes schon unterwegs. Bevor sie das Ziel in Amsterdam erreichen — sofern ihre Youngtimer die Strapazen durchstehen —, müssen sie nicht nur täglich Hunderte Kilometer Landstraße und manchmal Schotterpiste bewältigen, sondern auch besondere Aufgaben. „Im vergangenen Jahr musste etwa ein Mofarennen über einen Alpenpass gefahren werden“, erzählt Dominik Hecker.

Wer die Tour der vier verfolgen will, findet unter www.sac-track.com stets den aktuellen Standort und Bilder.

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