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Fürther Arzt wirbt im ZDF für Astrazeneca-Impfstoff

Dr. Manfred Wagner fordert, dass Impfstoff direkt geimpft statt gelagert wird - 04.03.2021 19:15 Uhr

Dr. Manfred Wagner (mit Headset) im Gespräch mit ZDF–Moderator Carsten Rüger.

04.03.2021 © Screenshot: FN


Großer Auftritt für Dr. Manfred Wagner: 45 Minuten lang stand der medizinische Direktor und Pandemiebeauftragte des Fürther Klinikums im Format ZDF Heute live Moderator Carsten Rüger sowie Youtube- und Facebook-Nutzern rund ums Thema Impfen Rede und Antwort.

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Im Livestream übte er etwa deutliche Kritik daran, dass in Deutschland Impfstoff von Astrazeneca in Kühlschränken gelagert statt direkt verimpft wird. Zugleich machte der Mediziner Hoffnung für die kommenden Monate.
Wagner gewährte auch Einblicke in den Fürther Klinikalltag: In der Belegschaft habe es anfangs auch Skeptiker gegenüber dem Astrazeneca-Impfstoff gegeben. Umfassende Informationen allerdings hätten deren Sorgen verfliegen lassen. Die Folge: "Die Impfbereitschaft ist rasant gestiegen", sodass inzwischen fast 60 Prozent des Personals und damit die meisten Impfwilligen geimpft seien. Erst kürzlich hatte Wagner an die Bürger appelliert, das Vakzin von Astrazeneca nicht zu verschmähen. Über eben jenen Aufruf in den sozialen Medien war das ZDF auf den Fürther aufmerksam geworden – und fragte ihn fürs Online-Interview an.

Darin gab Wagner am Mittwoch unumwunden zu, dass sich nach der Erstimpfung teilweise bis zu 50 Prozent der Mitarbeiter einer Station des Fürther Klinikums für ein bis zwei Tage krank gemeldet hätten. Die Symptome: Fieber, Muskelschmerzen, Krankheitsgefühl – Reaktionen, erklärte der Arzt, die zeigen würden, dass das Immunsystem auf den gespritzten Stoff reagiert.

Obwohl es bislang nicht genügend Vakzin für alle gebe, lagern Wagner zufolge "mehrere Millionen Impfdosen Astrazeneca unverimpft in Kühlschränken" – "ein Skandal", findet der Mediziner. "Das macht mich zornig und wütend." Denn: Mit jeder Impfung verringere sich die Wahrscheinlichkeit, dass die dritte Corona-Welle Fahrt aufnimmt.

Wagner bemühte sich um Informationen, die Hoffnung machen sollen: Inzwischen gebe es gute Therapiemöglichkeiten bei einer Covid19-Erkrankung, zum Beispiel mit Antikörpern, wie sich jüngst im Fürther Klinikum zeigte: Sechs Patienten einer Station hatten sich dort mit dem Virus infiziert, waren aber noch nicht erkrankt. Sie bekamen Antikörper, "kein Einziger von ihnen ist danach an Covid erkrankt", so Wagner.


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Er sieht "Licht am Ende des Tunnels": Im April sei mit mehr Impfdosen zu rechnen. "Wir werden spätestens im Juli oder August so viele Impfdosen haben, dass wir allen Impfwilligen ein Angebot machen können." Und das sei auch dringend nötig, denn: "Welchen anderen Ausweg haben wir denn aus der Pandemie?"

Das Video gibt es in voller Länge unter: https://www.zdf.de/nachrichten/zdfheute-live/corona-impfungen-impfstoffe-video-100.html

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