Mensch oder Maschine?

Fürther Azubis liefern künstliche Intelligenz fürs Zukunftsmuseum

11.10.2021, 11:00 Uhr
Beim Spiel „Bot-or–Not“ geht es um die Frage, ob eine Maschine ein gleichwertiges Denkvermögen wie ein Mensch vorweisen kann.

Beim Spiel „Bot-or–Not“ geht es um die Frage, ob eine Maschine ein gleichwertiges Denkvermögen wie ein Mensch vorweisen kann. © Foto: Silbury

Im Zuge des ehrenamtlichen Projekts namens "Bot-or-Not" entwickelte das Team um Oliver Thalmann, Nils Weber und Ethan Glumm innerhalb von drei Jahren ein interaktives Exponat, das es Besuchern des Museums ermöglicht, das Potential und die hinter der künstlichen Intelligenz (KI) stehende Vision einer gemeinsamen Zukunft von Menschen und Maschinen zu erfahren. Es hinterlässt einen Eindruck, wie eine künftige Welt, in der Mensch und Maschine Hand in Hand zusammenarbeiten, aussehen kann.


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Ziel des Spiels ist es, zu entscheiden, ob eine Maschine ein gleichwertiges Denkvermögen vorweisen kann wie ein Mensch. In Form eines Quiz stellen bis zu vier Teilnehmende einem System jeweils eine Frage ihrer Wahl. Dabei besteht kein Sichtkontakt zueinander. Im Anschluss geben sowohl die Spieler als auch die angebundene künstliche Intelligenz Antworten auf die Fragen. Die zentrale Aufgabe ist es, herauszufinden, welche Aussage von der Maschine und welche von den menschlichen Mitspielern stammt. Am Ende gewinnt derjenige, der am treffsichersten die künstliche Intelligenz erkannt hat – und den anderen vortäuschen konnte, sie selbst zu sein.

Signal an die junge Generation

In Fachkreisen bekannt ist dieser Ansatz als "Turing-Test", benannt nach dem britischen Mathematiker Alan Turing. Er wollte herausfinden, ob Computer das geistige Niveau des Menschen erreichen können. Trotz atemberaubenden Tempos bei der Forschung und Weiterentwicklung der KI gilt der Turing-Test einer Mitteilung zufolge bislang von keiner Maschine auf der Welt als bestanden.

Das Zukunftsmuseum wollte das Thema aufgreifen, die IT-Azubis kümmerten sich um die Umsetzung. Das Ausstellungsobjekt soll ein Signal an ihre Generation sein, sich Technologien gegenüber weiter zu öffnen. Thalmann und Weber, Projektleiter und Mentoren des Teams, freut das Vertrauen des Museums: "Im Partnerprojekt mit dem Zukunftsmuseum besteht bei ,Bot-or-Not‘ im Vergleich zu realen Kundenbeziehungen die Besonderheit darin, dass wir die Anforderungen an das Vorhaben von Beginn an mitgestalten und zum großen Teil auch selbst vorgeben. Wir haben das Gefühl, uns im Projektverlauf nicht nur fachlich, sondern auch menschlich enorm weiterentwickelt zu haben."

Für die Arbeit wurden die Azubis von ihrem Ausbildungsbetrieb, der Silbury Deutschland GmbH, mit Rat und Tat unterstützt. Geschäftsführer Markus Neubauer ist stolz auf seine Mitarbeitenden. "Mit diesem Juniorprojekt und dem futuristischen Präsentationsort in Nürnberg kommen zwei wichtige Dinge zusammen. Das Museum gewährt Menschen den Blick in die Zukunft und macht dabei komplexe technische Sachverhalte verständlich", erklärt er. "Gleichzeitig wird dafür gesorgt, junge Menschen für die berufliche Ausbildung in einem Mint-Beruf zu begeistern. Es zeigt auf, was mit einem Engagement im mathematischen und naturwissenschaftlichen Umfeld in Zukunft alles möglich sein wird." Anders als viele glauben, sei dafür kein IT-Studium zwingende Voraussetzung. Mit einer fundierten Ausbildung könne auch heute noch das Morgen gestaltet werden.

Das Zukunftsmuseum Nürnberg bietet tiefe Einblicke in Möglichkeiten, aber auch Herausforderungen, denen unsere Gesellschaft künftig gegenüberstehen wird. "Bot-or-Not" ist eines von zwei großen Exponaten der Ausstellungsreihe "Arbeit und Alltag" des Hauses am Nürnberger Augustinerhof.

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