Aktionstag

Fürther Caritas prangert Online-Glücksspiel an

Hans-Joachim Winckler
Hans-Joachim Winckler

Redaktion Fürth

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29.9.2021, 16:00 Uhr
Roland Kagerer von der Caritas hat sich mit der Riesenzeitung auf der Fürther Freiheit niedergelassen.

Roland Kagerer von der Caritas hat sich mit der Riesenzeitung auf der Fürther Freiheit niedergelassen. © Hans-Joachim Winckler

Allein in Bayern haben 70.000 Menschen ein Problem mit übermäßigem Glücksspiel. Ohne Fremde Hilfe kommen sie aus dieser Falle oftmals nicht mehr heraus. Die Legalisierung des Online-Glücksspiels, die mit dem neuen Glücksspielstaatsvertrags im Juli diesen Jahres einhergegangen ist, könnte die Situation nach Ansicht von Experten noch verschärfen.

Darauf will die Landesstelle für Glücksspielsucht an dem bundesweiten Aktionstag aufmerksam machen. Ihr Geschäftsführer Konrad Landgraf hält es für den falschen Weg, „Online-Glücksspiel in diesem Umfang zu legalisieren“. Zwar seinen in dem neuen Vertrag auch ein paar sinnvolle Regelungen enthalten, doch gingen die guten Ansätze nicht weit genug. So sei etwa das Einzahlungslimit von 1000 Euro pro Person und Monat viel zu hoch angesetzt.

Gefährdung rund um die Uhr

Das sehen auch die Suchtexperten der Fürther Caritas so, die bereits zwei Tage vor dem eigentlichen Aktionstag in der Innenstadt auf die Problematik aufmerksam gemacht haben. Mit einer riesengroßen Zeitung saßen sie in der Fußgängerzone sowie vor der Bushaltestelle auf der Fürther Freiheit und suchten das Gespräch mit Passanten und wiesen auf die Gefahren des Glücksspiels hin.

„1000 Euro ist sehr viel Geld, wenn man das verspielt“, sagt Günter Müller–Brendel von der Caritas. Die positiven Elemente des Glücksspielstaatsvertrages, wie etwa die Möglichkeit von Sperrdateien, müssten sich in der Praxis erst noch bewähren. Ein Problem der Online-Spiels sieht er vor allem darin, dass hier rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche gespielt werden könne.

Aktuell verzeichne die Beratungsstelle der Caritas zwar deutlich weniger Anfragen, aber da gebe es immer wieder Wellenbewegungen. Der überwiegende Teil der Klienten seien junge, alleinstehende Männer. Frauen seien eher im fortgeschrittenen Alter betroffen.

Die psychosoziale Beratungsstelle der Caritas ist unter 0911/74050 20 oder suchtberatung@caritas.fuerth.de erreichbar.