Kabinett beschließt verschärfte 3G-Regel

Fürther Clubs: Im Avangio geht es wieder los, in der Frieda nicht

Birgit Heidingsfelder
Birgit Heidingsfelder

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30.9.2021, 17:15 Uhr
Eine Maske liegt auf dem Mischpult einer Diskothek in Baden-Württemberg. Davor tanzen Menschen. 

Eine Maske liegt auf dem Mischpult einer Diskothek in Baden-Württemberg. Davor tanzen Menschen.  © Philipp von Ditfurth, dpa

Nach einer Mitteilung der Staatskanzlei sehen die Vorgaben eine verschärfte 3G-Regel für Besucher und Beschäftigte vor: Einlass erhält nur, wer geimpft oder genesen ist oder einen negativen PCR-Test vorlegt. Antigen-Schnelltests oder Selbsttests reichen nicht aus. Personal mit Kundenkontakt muss mindestens zweimal wöchentlich einen PCR-Test absolvieren. Laute Musik, Tanz ohne Abstand und die Abgabe von Getränken am Tresen sind dann wie branchenüblich zulässig. Die Regierung kündigt aber "konsequente Kontrollen" und bei Verstößen Bußgelder an.

Avangio-Betriebsleiterin Samantha Berger fiel ein Stein vom Herzen, als sie hörte, dass ohne Maske getanzt werden darf. "Sehr gut", sagte sie, "nichts ist schlimmer als eine Maskenpflicht auf der Tanzfläche." Berger geht davon aus, dass das Avangio – viele kennen es auch als A-Danceclub – am Freitag gegen 21 Uhr öffnen wird.

Dass strenge Zugangsvorschriften Freiheiten im Betrieb erst ermöglichen, ist ihr klar. Und wie viele ihrer Kollegen in der Region ist sie happy, dass nach eineinhalb Jahren Zwangspause endlich wieder Leben in die Bude kommt. Trotzdem mischen sich in ihre Freude, im Club an der Waldstraße wieder Gäste empfangen zu dürfen, auch Sorgen.

Debatte um PCR-Tests vor der Diskothek

Sie drehen sich um die PCR-Tests. Schon seit Tagen debattieren ihre Gäste auf Facebook und Instagram darüber. Während die einen einfach nur froh sind über den bevorstehenden Neustart und schon Tische und Lounges reservieren ("Kommen alle, haben wir in der Nacht zum Sonntag keinen freien Platz mehr"), klagen andere über die Testpflicht. Ein Herr etwa meinte, sagt Berger, er könne doch keinen PCR-Test für 80 bis 100 Euro machen und scheitere dann womöglich am Türsteher.

Ab 11. Oktober sind Corona-Tests nicht mehr gratis. Wie viel ein Abstrich dann kostet, lässt sich schwer sagen. Testzentren am Flughafen Nürnberg berechnen bereits für Antigen-Schnelltests je 35 Euro und für PCR-Tests, je nach Wartezeit auf das Ergebnis, zwischen 59 Euro und 149 Euro. Feststeht: Im Fürther PCR-Testzentrum, Flugplatzstraße 30, sollte man einen Termin vereinbaren. Das Ergebnis, so Sebastian Habicht von der Betreiberin AGNF, erhalte man dann in der Nacht des Testtags.

Zu spät für den Fürther Club Frieda

Zu spät kommt der Club-Neustart für die Diskothek Frieda. "Uns gibt´s leider nicht mehr", sagt Ex-Geschäftsführer Athanasios Arabatzis. "Wir haben die Corona-Krise nicht überstanden." Im März 2020 musste der Club im Lockdown auf Geheiß der Politik schließen, im Herbst meldete das Geschäftsführer-Trio Insolvenz an. Nur zwei Jahre war die Frieda in Betrieb, "und es lief gut", so Arabatzis. Immerhin: Er und seine zwei Mitstreiter haben Berufe, die sie ernähren.

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